Erstes Pandemiejahr
Wegen Coronapandemie: Nach dem Gymi strömten Jugendliche an Unis

Im ersten Jahr der Coronapandemie entschieden sich Gymnasiasten und Gymnasiasten für einen raschen Gang an die Universität. Den Unis in der Schweiz bescherte das einen Höchststand an Studierenden.

Samuel Thomi
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Volle Hörsäle: Im ersten Pandemiejahr ist die Zahl der Direktübertritte an universitäre Hochschulen in der Schweiz stark angestiegen. (Symbolbild)

Volle Hörsäle: Im ersten Pandemiejahr ist die Zahl der Direktübertritte an universitäre Hochschulen in der Schweiz stark angestiegen. (Symbolbild)

Keystone

Was die universitären Hochschulen in der Schweiz bereits vor einem Jahr gemeldet haben, belegen nun Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS): Wegen der Coronapandemie haben Gymnasiastinnen und Gymnasiasten 2020 rascher als je zuvor mit einem Studium begonnen. Konkret stieg die Direktübertrittsquote um 8 Prozentpunkte auf 53 Prozent. In absoluten Zahlen sind dies laut BFS 1500 Studierende mehr. Dieser sprunghafte Anstieg führte denn auch zu einem neuen Rekord an Erstsemestrigen, die nach dem Gymnasium ohne Unterbruch an eine Hochschule wechselten.

Je nach Geschlecht und Region zeigen sich allerdings Unterschiede. So fiel die Zunahme bei den Frauen (+10 Prozentpunkte) grösser aus als bei den Männern (+6 Prozentpunkte). Besonders markant war der Anstieg in Kantonen, wo Jugendlichen ihren Eintritt in die Tertiärstufe am häufigsten verschieben, sprich in der Deutsch- und rätoromanischen Schweiz. Durch die Pandemie wurden sowohl längere Auslandreisen wie auch Arbeitseinsätze erschwert. Anstatt auf ein Zwischenjahr zu setzen, wählten drum viele Schülerinnen und Schüler den direkten Weg an die Uni oder Hochschule.

Kaum Veränderungen bei Berufsmaturität

Laut BFS nahm die Zahl der direkten Übertritte vielerorts – etwa im Kanton Zürich – um mehr als 10 Prozentpunkte zu. In den Westschweizer Kantonen dagegen war die Veränderung gering. Der Kanton Tessin verzeichnete sie mit 7 Prozentpunkten einen mittleren Anstieg.

Im Gegensatz zu Personen mit gymnasialer Matur lassen sich bei Übertritten von Inhaberinnen und Inhabern einer Berufs- oder Fachmatur «keine signifikanten Unterschiede beobachten», schreibt das BFS. Bei diesen beiden Maturitätstypen sei jedoch festzustellen, dass die Absolventinnen und Absolventen bestimmter Schwerpunktfächer ihr Studium im vergangenen Jahr etwas früher begonnen hätten.