Energiepreis
Gegen furzende Kühe: Watt d’Or für Zuger Pflanzenkohle

Das Bundesamt für Energie hat den Schweizer Energiepreis Watt d'Or verliehen. Gewinner ist unter anderem ein Unternehmen, das Pflanzenkohle produziert. Diese vermindert die Bildung von Klimagasen.

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Pflanzenkohle sorgt dafür, dass die Kühe beim Verdauen weniger Klimagase bilden.

Pflanzenkohle sorgt dafür, dass die Kühe beim Verdauen weniger Klimagase bilden.

Keystone

Das Bundesamt für Energie (BFE) verleiht seinen Energiepreis bereits zum 15. Mal. Dank ihm sollen aussergewöhnliche Leistungen im Energiebereich bekannt gemacht werden. Er wird jeweils in drei Kategorien verliehen. Insgesamt wurden 31 Bewerbungen eingereicht und von einem Expertenteam geprüft.

Diesjährige Gewinnerin bei den «Erneuerbaren Energien» ist die Verora AG aus Edlibach ZG, wie das BFE am Donnerstag mitteilt. Das Unternehmen besteht aus einer Gruppe von Landwirten, die seit letztem Jahr Pflanzenkohle aus naturbelassenem Baum- und Strauchschnitt produzieren. Dazu haben sie eine Pyrolyse-Anlage entwickelt.

Die Pflanzenkohle vermindert gemäss BFE als Futterzusatz die Bildung von Klimagasen bei der Verdauung der Kühe. Ausserdem erhöhe sie den Nährstoffgehalt von Dünger und Kompost, mache landwirtschaftliche Böden robuster und fruchtbarer und binde darin das CO2 über Jahrhunderte.

Lastenmanagement-Software und

Im Bereich «Energietechnologien» geht die Trophäe – eine Schneekugel – an die SBB für ihre selbst entwickelte Lastenmanagement-Software. Diese schalte bei Lastspitzen, wie sie im Taktfahrplan immer wieder auftreten, Zugwagen- und Weichenheizungen für kurze Zeit ab. Dadurch können die SBB ihren Verbrauch flexibilisieren und das Zusammenspiel mit der Stromproduktion optimieren. Die Bahn kann gemäss BFE bis 2023 auf diese Weise 70 Megawatt flexibel steuern und übernimmt damit «eine Vorbildrolle» auch für das allgemeine Schweizer Stromnetz.

Der Watt d'Or in der Kategorie «Gebäude und Raum» geht an die Schaerraum AG aus Horw LU, die das Planungsprinzip «Raum Raster» entwickelte. Dieses sieht ein Skelett aus Holz vor, das auf einem Betonsockel steht und die gesamte Gebäudelast trägt. Darin sind flexibel kombinierbare Module eingesetzt. Auch die ausgeklügelte Haustechnik, die in jeder Wohnung untergebracht ist, sei Energie-, ressourcen- und damit kostensparend. Zudem produziere das Gebäude 50 Prozent mehr Energie als es verbraucht. Kurz: Raum Raster sei für den Bau von Mehrfamilienhäusern aus Holz ein vielversprechender Ansatz, um klimafreundlich, ressourcenschonend und kostengünstig zu bauen. (abi)