Ende einer Posse
Juniorkarten-Debakel: Eltern und Begleitpersonen erhalten Kinder-Abos ab sofort in den eigenen Swisspass

Seit April benötigen auch Kinder einen Swisspass. Ein Ärgernis für Eltern und Begleitpersonen ist nun zwar behoben: Erwachsene können Junior-Karten und Kinder-Mitfahrkarten auch digital vorweisen. Für einmal sogar ohne zusätzlichen Aufwand. Doch eine Baustelle bleibt.

Samuel Thomi
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Neu können Eltern die Junior-Karte ihrer Kinder sowie Gotte oder Grossväter die Kinder-Mitfahrkarte digital vorweisen. Das Mitführen des Swisspass der Kinder entfällt damit.

Neu können Eltern die Junior-Karte ihrer Kinder sowie Gotte oder Grossväter die Kinder-Mitfahrkarte digital vorweisen. Das Mitführen des Swisspass der Kinder entfällt damit.

Keystone

Jede Posse hat ein Ende. Und das Juniorenkarten-Debakel sogar ein einfaches. Zumindest fast. Ab sofort sind die Junior-Karten und die Kinder-Mitfahrkarten nämlich automatisch mit den Swisspass-Karten ihrer Begleitpersonen verknüpft. Das teilte die Alliance Swisspass am Freitag mit. Sprich: Wer ein Abo für Kinder oder Jugendliche besitzt, kann dieses neu bei einer Kontrolle endlich mit dem eigenen Abonnement vorweisen.

Wie die Branchenorganisation des öffentlichen Verkehrs (öV) schreibt, hat sie die in den vergangenen Wochen und Monaten eingegangenen Reaktionen der Kundinnen und Kunden ernst genommen. Und bereits in der ersten Monatshälfte sind laut Alliance Swisspass alle bestehenden Junior-Karten und Kinder-Mitfahrkarten im Hintergrund automatisch mit dem Swisspass der Eltern oder erwachsenen Begleitpersonen verknüpft worden. Nach mehrfachen Verschiebungen hatte die Organisation diese Verknüpfung zuletzt für Herbst in Aussicht gestellt.

Sind die Kinder-Abos bereits mit Ihrem Swisspass verknüpft? – So finden Sie es heraus

Ob ein Kinder-Abonnement mit dem Swisspass der Eltern oder erwachsenen Begleitperson erfolgreich automatisch verknüpft worden ist, lässt sich auf zwei Arten überprüfen:

Entweder, Sie loggen sich unter www.swisspass.ch in ihr Konto ein und überprüfen dort die Verknüpfung unter «Abonnemente».

Oder Sie starten zum Beispiel die SBB-App, öffnen «Billette & Swisspass», tippen dann auf ihr Profilfoto, «Abos anzeigen» und «Zum Swisspass-Konto». Jetzt werden Ihnen ebenfalls alle Ihre gültigen öV-Abonnemente angezeigt. Und weiter unten sollten Sie neu die mit Ihnen verknüpften Kinder-Abos finden. (sat)

Damit dürfte die Alliance Swisspass ein Sorgenkind los sein. Zumindest zu grossen Teilen. Denn seit die Junior-Karte (für Eltern) und die Mitfahrkarte (für Grosseltern, Göttis, Onkel oder Eltern befreundeter Kinder) im April von Papier auf den Swisspass umgestellt worden waren, zog sich die Posse hin. Und beschäftigte zwischenzeitlich gar den Bundesrat.

Eine Baustelle bei den Kinder-Abos bleibt jedoch

Denn anders als die bisherigen, jeweils doppelt auf Papier ausgedruckten Kinder-Abos, braucht nun nämlich jedes Kind auf Reisen im öffentlichen Verkehr eine eigene Karte. Im Verlustfall kostet ein neuer Swisspass dabei 30 Franken – gleich viel wie die Junior- oder Mitfahrkarte selbst. Mehrere Juniorkarten etwa für jeden Elternteil werden nicht mehr ausgegeben.

Aber eben. Das Juniorenkarten-Debakel ist nun behoben. Zumindest fast. Als einzige Baustelle bleibt der Umstand, dass Eltern und erwachsene Begleitpersonen für den Kauf der Junior-Karte respektive Erwachsenen-Mitfahrkarte weiterhin an einen Schalter müssen, wie Alliance Swisspass auf Anfrage von CH Media bestätigt. Momentan sei nicht geplant, einen Online-Kauf einzuführen.

Dabei wäre es laut Kennern technisch bereits jetzt möglich, die Kinder-Abos ebenfalls online zum Verkauf anzubieten über dieselben Kanäle wie die anderen Abos.

Kundenvertreter sind zufrieden

Das Juniorenkarten-Debakel ist dabei bereits eine jahrealte Baustelle der Alliance Swisspass. Seit die öV-Karte Swisspass 2015 eingeführt worden ist, kritisierten Eltern und erwachsene Begleitpersonen, dass trotz der neuen Karte und der dazugehörigen App für jedes Kind weiterhin Abonnements auf Papier mitgeführt werden mussten. Diesem Anliegen wollte die Alliance Swisspass mit einer eigenen Karte für Kinder entsprechen. Sie hat nun aber eingesehen, dass dies gerade mit kleinen Kindern oder bei verschiedenen Erziehungsberechtigten unpraktikabel ist.

Entsprechend erfreut über die Neuerung reagiert am Freitag auch Pro Bahn. «Wir sind positiv überrascht, innert welch kurzer Zeit das Kundenanliegen aufgenommen und das Problem behoben wurde», wird Karin Blättler, Präsidentin der Interessenvertretung der öV-Kundinnen und -Kunden, in der Mitteilung zitiert. Besonders kundenfreundlich finde sie es, dass die Reisenden nichts unternehmen müssten, um von dieser optimierten Lösung profitieren zu können.