Covid-Offensive
Wegen Sprachproblemen muss die Armee zusätzliche Soldaten aufbieten

Die Hilfe der Armee wird derzeit vor allem von Westschweizer Spitälern beansprucht. Unter den Freiwilligen der Armee gibt es aber zu wenig Romands. Nun werden zusätzliche Kräfte mobilisiert.

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Thomas Süssli, Chef der Armee, könnte im Notfall 100'000 Personen aufbieten. (Archivbild)

Thomas Süssli, Chef der Armee, könnte im Notfall 100'000 Personen aufbieten. (Archivbild)

Keystone

Am 26. und 27. Dezember tritt der Stab eines Bataillons und eine Kompanie ihren Dienst an, um in der Covid-19-Krise im Gesundheitswesen zu helfen. Insgesamt handle es sich um 120 für die Pflege ausgebildete Angehörige der Armee, sagte Armeechef Thomas Süssli im Sonntagsblick. Unter den 300 Freiwilligen, die sich bisher gemeldet hätten, gebe es nur wenige Romands. Die Hilfe der Armee werde derzeit aber vor allem in der Westschweiz angefordert. «Bei Pflegeeinsätzen spielt die Sprache eine Rolle. Darum mussten wir zusätzlich aufbieten», sagt Süssli.

Insgesamt habe die Armee eine Kapazität von bis 5000 Personen für das Gesundheitswesen. Die Mobilmachung funktioniere gut. So seien letztes Jahr über 90 Prozent der aufgebotenen Armeeangehörigen auch tatsächlich eingerückt: «Sechs Prozent konnten aus gesundheitlichen Gründen nicht, und nur drei Prozent fehlten grundlos.»

Im Notfall könne die Armee auch in anderen Bereichen helfen, etwa bei der Sicherstellung der Lebensmittelversorgung. «Das Gesamtpotenzial liegt bei 100'000 Armeeangehörigen», so Süssli. Allerdings gebe es derzeit keine Anzeichen dafür, dass die Kantone weitere Hilfen bräuchten. (wap)

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