Coronavirus
BAG: Bis im Sommer soll die Schweiz einen fälschungssicheren Impfnachweis haben

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat mit der Arbeit an einem Impfzertifikat begonnen, das unter anderem das Reisen erleichtern soll. Es soll fälschungssicher sein und international Gültigkeit haben.

Alice Guldimann
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BAG-Chefin Anne Lévy trat am Mittwoch vor die Medien.

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Die Schweizer Impfkampagne schreitet langsam aber sicher voran. Stand 21. März wurden rund 1,25 Millionen Dosen verabreicht, fast 466'000 Personen sind vollständig geimpft. «Die Impfkampagne trägt bereits konkrete Früchte», sagte Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle beim BAG, am Mittwoch an einer Medienkonferenz. So gingen die Fallzahlen in Alters und Pflegeheimen «erheblich zurück» – ebenso die Anzahl Todesfälle.

Für die Geimpften soll im Sommer ein einheitliches Zertifikat zur Verfügung stehen, erklärte BAG-Direktorin Anne Lévy. Dieses soll international anerkannt sein, um Reisen zu ermöglichen, und zudem fälschungssicher. Da es keine gesetzliche Grundlage für ein zentrales Impfregister gibt, liege es bei der geimpften Person selbst, den Nachweis entweder in Papierform oder auf dem Handy aufzubewahren. Offen sei, ob mit dem Impfnachweis weitere Erleichterungen, beispielsweise für Veranstaltungen, möglich sind. «Das ist eine politische Diskussion, die noch geführt werden muss», so Lévy.

BAG «beunruhigt» über Datenleck auf Impfplattform

Für Furore gesorgt hat am Dienstag ein Datenleck auf der Plattform www.meineimpfungen.ch, die unter anderem mit Beteiligung des BAG einen elektronischen Impfpass für die Coronaimpfung anbietet. Ein Artikel im Online-Magazin Republik zeigte grosse Sicherheitsmängel auf, die Impfdaten etwa seien «offen wie ein Telefonbuch» zugänglich gewesen. Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte hat daraufhin ein formelles Verfahren eröffnet.

Die BAG-Direktorin stellte vor den Medien klar, dass das geplante Impfzertifikat nichts mit meineimpfungen.ch zu tun habe. Das BAG habe sehr beunruhigt über die Situation reagiert und interveniert, dass die Plattform vom Netz genommen wird, erklärte sie weiter. Diese solle so lange deaktiviert bleiben, bis die Sicherheitsmängel behoben sind.

Die Zielsetzung sei nach wie vor, dass alle Impfwilligen bis zum Sommer geimpft werden können, sagte Virginie Masserey. Doch die aktuelle Situation sei nach wie vor fragil. «Es gibt noch sehr viele Risikopatienten, die noch nicht geimpft sind.» Deshalb müsse die Verbreitung des Virus weiterhin eingedämmt werden, auch im Hinblick auf das kommende Osterfest. Man müsse genauso vorsichtig sein wie vor Weihnachten, so Masserey, und sich wenn möglich vor Familientreffen testen lassen.

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