Coronapandemie
Mangelnder Datenschutz bei Tracing-App: Behörden hatten vollen Zugriff

Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte attestiert der Kontaktverfolgungsapp «Social Pass» mangelnde Datensicherheit. Zwei Kantone hatten direkten Zugriff auf personenbezogene Daten.

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Im Fall einer Tracing-App hatten zwei Kantone direkten Zugriff auf personenbezogene Daten.

Im Fall einer Tracing-App hatten zwei Kantone direkten Zugriff auf personenbezogene Daten.

Keystone

Um im Restaurant die Kontaktdaten der Gäste zu erfassen, greifen viele Gastronomiebetriebe auf Apps zurück. Eine davon ist «SocialPass». Wie der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte am Montag mitteilte, hat er die App aufgrund von Medienberichten und weiteren Hinweisen auf ihre Datensicherheit untersucht und festgestellt: Die Betreiber der App hatten den Behörden im Wallis und in der Waadt direkten Zugriff auf «nahezu beliebige» personenbezogenen Daten gegeben. Dies verstösst laut dem Datenschutzbeauftragten gegen das Verhältnismässigkeitsprinzip.

An der App wurden zudem organisatorische und technische Mängel festgestellt. Die beiden Betreiber der App erhielten Ende Mai Post vom Datenschutzbeauftragten, in der er die Resultate seiner Untersuchung mitteilte.

Angesichts der Öffnung der Gastronomie vom Montag sah sich der Datenschutzbeauftragte darüber hinaus dazu veranlasst, einige allgemeine Empfehlungen auch für andere App-Betreiber zu formulieren. So sollen die Behörden nur Zugriff auf die zur Kontaktverfolgung nötigen Daten erhalten. Sicherheitslücken seien zu beheben sowie Informationen auf der Website und in App-Stores für Kundinnen und Kunden zweck Transparenz zu vereinheitlichen. (gb)

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