Coronapandemie
Bundes-Experten: 2G-Regel in der Schweiz im Moment nicht gerechtfertigt

Die Coronazahlen in der Schweiz steigen an, eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Laut Bundesexperten muss die Immunitätsrate erhöht werden, eine 2G-Regelung sei aber nicht angezeigt.

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Trotz einer hohen Impfquote braucht es weitere Massnahmen wie die Zertifikatspflicht, so Virginie Masserey vom BAG.

Trotz einer hohen Impfquote braucht es weitere Massnahmen wie die Zertifikatspflicht, so Virginie Masserey vom BAG.

Keystone

Die Zahl der Coronafälle verdoppelt sich in der Schweiz derzeit etwa alle zwei Wochen. Ebenfalls zunehmend sind die Spitaleintritte, wenn auch langsamer. Die kommende Entwicklung sei schwierig vorherzusehen, sagte Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle beim Bundesamt für Gesundheit BAG, am Dienstag vor den Medien. Es sei jetzt wichtig, die Immunitätsrate in der Bevölkerung weiter zu steigern. Bis jetzt seien 75 Prozent der Erwachsenen geimpft, dazu kämen sechs Prozent, die durch eine Infektion immunisiert wurden.

Eine hohe Impfquote reiche aber nicht aus, so Masserey weiter. Es brauche weitere Massnahmen wie die Maskenpflicht und das Covid-Zertifikat. Eine 2G-Regelung, die vorsieht, dass nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zu bestimmten Orten und Veranstaltungen haben, sei für die Schweiz allerdings «im Moment nicht gerechtfertigt». Dies sieht auch der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri so: «Die Lage ist noch nicht derart dramatisch, dass es weitere Massnahmen bräuchte.»

Von der aktuell laufenden Impfwoche erhofft sich der Bund, dass sich weitere Personen von der Impfung überzeugen lassen. Einen Zielwert gebe es aber nicht, wiederholte Masserey. «Jede Impfung zählt.» Nach zwei Tagen sei man zufrieden mit der Sichtbarkeit der Impfwoche in den Medien und mit den Aktivitäten, die in den Kantonen stattfinden. (agl)

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