Währungsreserven
Franken unter Druck: Nationalbank intervenierte 2020 mit Rekordsumme

Die Nationalbank kaufte 2020 Fremdwährungen im Wert von 110 Milliarden Franken. Damit wirkte sie einer Aufwertung des Frankens während der Coronakrise entgegen.

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Geld in die Hand genommen: Um den Frankenkurs tief zu halten, gab die Nationalbank 110 Milliarden Franken aus. (Symbolbild)

Geld in die Hand genommen: Um den Frankenkurs tief zu halten, gab die Nationalbank 110 Milliarden Franken aus. (Symbolbild)

Keystone

(wap) Der Franken sei in der Pandemie als sicherer Hafen wiederholt unter starkem Aufwertungsdruck gestanden, schreibt die Schweizerische Nationalbank (SNB) in ihrem am Montag veröffentlichten Geschäftsbericht. Die SNB habe deshalb mit verstärkten Devisenmarktinterventionen reagiert. Der Geschäftsbericht zeigt das Ausmass: Insgesamt kaufte die Nationalbank Fremdwährungen im Wert von 110 Milliarden Franken auf. Zum Vergleich: Nach dem Frankenschock 2015 waren es 86 Milliarden Franken gewesen.

Insgesamt stieg das Nettoauslandvermögen um 56 Milliarden auf 662 Milliarden Franken. Im vierten Quartal war die Entwicklung jedoch gegenläufig. Das Nettoauslandvermögen sank in diesem Zeitraum gegenüber dem dritten Quartal wieder um acht Milliarden. Als Grund nennt die SNB in einer Mitteilung Bewertungsverluste wegen des gegenüber dem Franken schwächeren Wechselkurs des US-Dollars.

Die Schweiz steht für die Praxis, den Frankenkurs mit Devisenkäufen der Nationalbank zu drücken, international unter Druck. Das amerikanische Schatzamt hat die Schweiz letzten Dezember auf die Liste der zu beobachtenden «Währungsmanipulatoren» gesetzt. Nationalbankdirektor Thomas Jordan hatte den Vorwurf damals vehement zurückgewiesen.

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