Brasilien
Grossprojekte gefährden Lebensraum: Indigene appellieren an Schweizer Banken

Die brasilianische Regierung plant im Amazonasgebiet grosse Infrastrukturprojekte zum Gütertransport. Die indigene Bevölkerung wehrt sich - und appelliert auch an Schweizer Finanzinstitute.

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Im Amazonasgebiet sind weitere grosse Infrastrukturprojekte geplant. (Symbolbild)

Im Amazonasgebiet sind weitere grosse Infrastrukturprojekte geplant. (Symbolbild)

Keystone

Um Güter wie Soja schneller und günstiger ins Ausland zu transportieren, sind im brasilianischen Amazonas grosse Infrastrukturprojekte geplant. Das Tapajós-Wasserprojekt mit einer Wasserstrasse, sieben grossen Dämmen und 29 Wasserkraftwerken, oder die über tausend Kilometer lange «Ferrogrão»-Eisenbahnlinie.

Mit der Wasserstrasse würde ein Gebiet von mehr als 78’000 Hektaren überflutet werden, wie die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in einer Mitteilung schreibt. Dieses gelte heute als geschütztes Land der indigenen Gemeinschaften. Die Eisenbahnlinie würde zudem eine Verschiebung der Grenzen eines Naturschutzparks nötig machen. «Wir betrachten diese Projekte als ein Todesurteil der Regierung», wird ein Bewohner des betroffenen Gebiets in einem neuen Bericht der GfbV zitiert.

Wie es im Bericht weiter heisst, zeigten die brasilianischen Behörden keine Bereitschaft, die Projekte sozialer und umweltfreundlicher zu gestalten. Die GfbV appelliert deshalb – gemeinsam mit Aktivistinnen aus der indigenen Bevölkerung – an jene Firmen, die an den Projekten Interesse gezeigt haben und an die Finanzinstitute, die sie finanzieren. Darunter sind laut Mitteilung mehrere Schweizer Banken wie die UBS, Credit Suisse, Zürcher Kantonalbank sowie die Schweizerische Nationalbank SNB.

«Schweizer Unternehmen müssen internationale Konventionen beachten, selbst wenn die brasilianische Regierung diese nicht einhält», schreibt die GfbV weiter. Um Projekte wie Dämme und Wasserkraftwerke nachhaltig zu gestalten, müsse neben der ökologischen zwingend auch die soziale Komponente berücksichtigt werden. (agl)

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