Gesellschaft
Menschenhandel: Organisation möchte Fokus erweitern

Die Schweizer Plattform gegen Menschenhandel will das Wissen über die Ausbeutung von Arbeitskraft in der Schweiz steigern. Oftmals würden Betroffene nicht von den Behörden erkannt.

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Opfer von Ausbeutung arbeiten auch in Privathaushalten, auf der Baustelle oder in der Gastronomie. (Symbolbild)

Opfer von Ausbeutung arbeiten auch in Privathaushalten, auf der Baustelle oder in der Gastronomie. (Symbolbild)

Keystone

Menschenhandel werde meistens mit Ausbeutung in der Prostitution in Verbindung gebracht, schreibt die Plattform gegen Menschenhandel in einer Mitteilung vom Montag. Zum heutigen europäischen Tag gegen Menschenhandel will sie auf Ausbeutungen in anderen Branchen aufmerksam machen. Die Betroffenen arbeiteten etwa in einem Privathaushalt, in einem Nagelstudio, auf der Baustelle oder in einer Gastroküche.

«Die spezialisierten Beratungsstellen der ‹Platforme Traite› stellen fest, dass es noch wenig Wissen über Menschenhandel zwecks Ausbeutung der Arbeitskraft in der Schweiz gibt», wird Anna Schmid, Koordinatorin der Plattform gegen Menschenhandel, in der Mitteilung zitiert. Betroffene würden deshalb von den Behörden oftmals nicht als Opfer erkannt. Derweil hätten die vier spezialisierten Opferberatungsstellen der Plattform alleine im Jahr 2020 rund fünfzig Personen identifiziert.

Durch Kooperation zwischen Behörden und Beratungsstellen könne es jedoch gelingen, Menschenhandel aufzudecken und die Betroffenen zu schützen. Die Plattform gegen Menschenhandel will deshalb positive Beispiele bekannter machen, damit mehr Opfer geschützt werden können. (agl)

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