Bundesrat
Kranke Menschen sollen einfacher an Cannabis kommen

Bei Krebs oder Multipler Sklerose beispielsweise kann Cannabis helfen, chronische Schmerzen zu lindern. Der Bundesrat hat nun eine entsprechende Verordnung in die Vernehmlassung geschickt.

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Geht es nach dem Bundesrat, soll der Anbau und Handel mit therapeutischem Cannabis in der Schweiz erleichtert werden.

Geht es nach dem Bundesrat, soll der Anbau und Handel mit therapeutischem Cannabis in der Schweiz erleichtert werden.

Keystone

Legales Cannabis für kranke Menschen wird bald weniger kompliziert erhältlich. Jedenfalls hat der Bundesrat an seiner Sitzung vom Mittwoch eine entsprechende Ausführungsverordnung in die Vernehmlassung geschickt. Diese präzisiert die «Bedingungen zur Aufhebung des Handelsverbots für therapeutischen Cannabis», wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilt.

Das Parlament hatte in der Frühlingssession einer entsprechenden Gesetzesänderung zugestimmt. Diese «erleichtert Tausenden von Patientinnen und Patienten den Zugang zu Medizinalcannabis im Rahmen ihrer Behandlung», schreibt das BAG. Folglich werde nun «Medizinalcannabis von der Liste der verbotenen Betäubungsmittel gestrichen und in die Liste der kontrollierten Betäubungsmittel aufgenommen». Damit setze eine ärztliche Verschreibung in Zukunft «nicht mehr die Erteilung einer Ausnahmebewilligung des BAG voraus».

Auch der Anbau, die Verarbeitung und das Inverkehrbringen von Medizinalcannabis werden «somit im Rahmen des von Swissmedic sichergestellten Zulassungs- und Kontrollsystems möglich», schreibt das Bundesamt für Gesundheit weiter. Die Vergütung der Behandlungen auf Cannabisbasis durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung dagegen muss laut BAG erst noch «separat geprüft» werden. Weiterhin verboten bleibt Cannabis zu Genusszwecken, wie es in der Mitteilung heisst. (mg)

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