Alpenquerenden Güterverkehr
Mehr Güter auf der Schiene – aber auch der LKW-Verkehr nimmt wieder zu

Mit der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels ist zwar die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene weiter angewachsen. Vom Ziel der Alpen-Initiative ist die Schweiz aber immer noch deutlich entfernt.

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Die Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs auf die Schienen hat im ersten Halbjahr 2021 weiter zugenommen.

Die Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs auf die Schienen hat im ersten Halbjahr 2021 weiter zugenommen.

Keystone

Der Güterverkehr durch die Alpen findet zu 74,4 Prozent auf den Schienen statt. Das zeigen die neusten Daten des Bundesamt für Verkehr (BAV). Am Donnerstag wurde der Bericht zum alpenquerenden Güterverkehr im ersten Halbjahr 2021 veröffentlicht. Darin freut sich das BAV über den «höchsten Wert seit einem Vierteljahrhundert» bei der Verlagerung auf die Schiene. Dies hänge direkt mit der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels und des sogenannten 4-Meter-Korridors zusammen.

«Die Bahn konnte ihren Anteil am gesamten alpenquerenden Güterverkehr um 3 Prozentpunkte steigern», schreibt das BAV. Und auch gesamthaft habe sich der Güterverkehr nach den Einschränkungen wegen der Pandemie weiter erholt: Im Gegensatz zum Vorjahreszeitruam seien 15,2 Prozent mehr Güter durch die Alpen transportiert worden.

40'000 Lastwagen mehr als im Vorjahr

Das hat auch Auswirkungen auf den Lastwagenverkehr. Auch hier gab es eine Zunahme. 40'000 LKWs mehr als noch 2020 fuhren im ersten Halbjahr durch die Schweiz. Gesamthaft wurden 453’000 alpenquerende Lastwagen gezählt. Gegenüber dem ersten Semester 2019 sei dies jedoch ein Rückgang, schreibt das BAV weiter. Doch auch das sind noch zu viele. Eigentlich dürfen jährlich maximal 650’000 Lastwagen die Schweizer Alpenpässe queren – das hat das Stimmvolk mit Annahme der «Alpen-Initiative» 1994 beschlossen.

Dementsprechend kündigt der Bund denn auch bereits weitere Lenkungsmassnahmen an. «Mit dem nächsten Verlagerungsbericht wird der Bundesrat im Herbst die Situation bei der Verlagerungspolitik detailliert analysieren und weitere Massnahmen präsentieren», schreibt das BAV. (mg)

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