Rohingya
Nach dem Feuer in einem Flüchtlingslager in Bangladesch gibt es Kritik

Bei einem Grossbrand in einem Lager mit Hunderttausenden Rohingya-Flüchtlingen in Bangladesch sind mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Dabei war wohl vor allem der Stacheldrahtzaun dafür verantwortlich, dass die Menschen nicht vor dem Feuer fliehen konnten.

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Das Feuer im Lager.

Das Feuer im Lager.

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(dpa) Auch jetzt erschwert der Zaun die Hilfe. Hilfsorganisationen fordern deshalb, denn Zaun zu entfernen. Bei dem Brand wurden mindestens 450 weitere Menschen verletzt und 400 Menschen würden vermisst, hiess es vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Dienstag. Die Feuerwehrleute konnten die Flammen nach eigenen Angaben nach einem stundenlangen Kampf in der Nacht zum Dienstag löschen. Die Brandursache konnte bislang nicht ermittelt werden.

Nach UNHCR-Angaben sind rund 10 000 Hütten durch den Brand beschädigt oder zerstört worden. Dadurch seien nach einer ersten Einschätzung rund 45 000 Menschen obdachlos geworden. Die Flammen zerstörten demnach neben den Unterkünften auch medizinische Zentren und Versorgungspunkte.

Der elfjährige Flüchtlingsjunge Baitullah sagte laut der Organisation World Vision: «Auf dem Weg nach Hause von der Moschee sah ich Rauch von der anderen Bergseite kommen. Menschen schrien und hatten Panik.» Er habe sich und seine Geschwister in Sicherheit gebracht. «An diesem Morgen kam ich zurück und sah nichts ausser Asche von unserem Haus.»

Hunderttausende Angehörige der muslimischen Minderheit aus dem mehrheitlich buddhistischen Myanmar waren 2017 von dort vor Militärgewalt in das muslimische Nachbarland Bangladesch geflüchtet. Dort leben sie in Camps. Die Vereinten Nationen bezeichnen ihre Verfolgung in ihrer Heimat Myanmar als anhaltenden Völkermord.

Viele Rohingya verloren in Myanmar durch ein 1983 erlassenes Gesetz die Staatsbürgerschaft. Das Militär von Myanmar steht wegen der Verfolgung international in der Kritik.

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