Khartum
UN-Sonderbeauftragte: Militär im Sudan scheint Kontrolle zu haben

Im ostafrikanischen Sudan scheint nach Einschätzung der Vereinten Nationen das Militär die Kontrolle über die Hauptstadt Khartum zu haben.

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Im ganzen Land soll der Ausnahmezustand verhängt werden.

Im ganzen Land soll der Ausnahmezustand verhängt werden.

Keystone

(dpa) Der Flughafen und wichtige Brücken seien in der Hand der Streitkräfte, sagte der deutsche UN-Sonderbeauftragte für Sudan, Volker Perthes, am Montag bei einem virtuellen Briefing in New York. Er betonte dabei, dass die Vereinten Nationen bislang angesichts der eingeschränkten Telefon- und Internetverbindungen noch keinen kompletten Überblick über die Lage hätten.

Über die Situation in Khartum, wo Perthes sich gegenwärtig aufhält, sagte er: «Hier brennen noch immer Barrikaden, und wir können gelegentlich Schüsse hören, daher besteht natürlich die Gefahr, dass es zu mehr Gewalt oder Spannungen kommt, wenn die Nacht hereinbricht». Die UN hätten seit Sonntag keinen Kontakt zu den militärischen Anführern.

Zuvor hatte es offensichtlich am frühen Montagmorgen einen Putschversuch gegeben. Der Ministerpräsident Abdullah Hamduk sei von Angehörigen des Militärs an einen unbekannten Ort verschleppt worden, hiess es in einer Mitteilung auf der offiziellen Facebook-Seite des Informationsministeriums. Zuvor berichteten der Sender Al-Hadath und das Nachrichtenportal Sudan Tribune über die Festsetzung Hamduks.

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