Leserbrief
Wortgottesdienste sind auf gleicher Stufe

Zum Leserbrief «So akut ist der Priestermangel noch nicht», Ausgabe vom 18. Februar

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Josef Christen, der die Aufwertung der Wortgottesfeiern verlangt, stimme ich gerne zu. Für mich verdient die Zusicherung Jesu – bei Matthäus Kapitel 18, Vers 20 – Aufmerksamkeit: «Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.» Diese Gegenwart Christi ist spirituell der eucharistischen Gegenwart gleichgestellt. Das Zweite Vatikanische Konzil formuliert es so: «Die Kirche verehrt die Heiligen Schriften wie den Herrenleib.» Und Papst Benedikt XVI. sagt, dass Bibel und Eucharistie grundsätzlich gleichen Ranges sind. Der Tisch des Wortes und der Tisch des Brotes sind liturgisch, theologisch und pastoral auf gleicher Stufe. Das wahrzunehmen wertet die Wortgottesfeiern markant auf, entlastet zudem das geschätzte Wirken der Priester, stärkt das Volk Gottes mit seinen Dienerinnen und Dienern in ihrer Würde und Berufung. Diskussionen um den Priestermangel werden gelöster, unabhängiger, breiter, dichter. Meines Erachtens muss sich die Kirche nicht neu erfinden. Es genügt vorerst, Wort­gottesfeiern dankbar als gleichwertig anzunehmen, sich daran zu freuen im Vertrauen auf die Worte Jesu. Ich erfahre das real und befreiend in unserer langjährigen Bibelgruppe.

Gottlieb Schmid-Fäh, Obernau, em. Pfarreileiter

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