Leserbrief
Rigi: Eine modernisierte Pendelbahn würde genügen

«Weggis: Bauen möglich – trotz Schutzstatus», Ausgabe vom 9. März

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Initianten aus Weggis forderten vor rund 60 Jahren eine direkte Transportverbindung vom Dorf Weggis zum Dorfteil Rigi-Kaltbad.

Ich nehme an, dass dieses verständliche Anliegen für die damalige Konzessionserteilung für eine Seilbahn ein stichhaltiger Grund war.

Diese Argumentation ist nun aber in den Hintergrund geraten, denn die Abwanderung der ansässigen Einwohnerschaft auf Rigi-Kaltbad konnte kaum aufgehalten werden. Das einstige Dorfleben ist weitgehend Vergangenheit.

Ich erinnere mich sehr gut an die damaligen Gehässigkeiten, die zwischen den Initianten aus Weggis und den «Rigibähnlern» von Vitznau herrschten. Tempi passati! Die Verantwortlichen der Vitznau-Rigi-Bahn (VRB) fürchteten eine enorme Konkurrenzierung. Die Frequenzen für die erste Zahnradbahn von Europa könnten bald rückläufig sein, dachte man. Die Seilbahn wurde vor fünfzig Jahren, am 15. Juli 1968, in Betrieb genommen. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der VRB taten das einzig Richtige und integrierten die Seilbahn in den Betrieb der Zahnradbahn.

Dieser Entscheid ist aus der Sicht der Bahngesellschaft von grosser Bedeutung, denn der Betrieb der Pendelbahn hat sich zum lukrativen Geschäftszweig entwickelt.

Nun zeigt sich, dass der Verwaltungsrat der Rigi-Bahnen zusammen mit der Geschäftsleitung den Entscheid für eine Gondelbahn zur Verbesserung des Fahrkomforts, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen bereits gefällt hat.

Mein Fazit: Der Ersatz der Pendelbahn durch eine Gondelbahn mit einer massiv erhöhten Transportkapazität und der Beeinträchtigung der heiklen Landschaft hat mit der dama­ligen verständlichen Argumentation der Weggiser nicht mehr viel zu tun.

Daher bin ich überzeugt, dass eine modernisierte Pendelbahn den heutigen Ansprüchen vollauf genügen würde.

Konrad Schilliger, Vitznau, a. Gemeindeammann 1969–1991

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