Leserbrief
Das Frauenstimmrecht 1971 bleibt der Höhepunkt

«Der grosse Tag der Frauen», Ausgabe vom 15. Juni

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Der wichtigste Tag für die Frauen war der 7. Februar 1971, als sie das volle Wahl- und Stimmrecht erhielten. Damals stimmten die Männer mit einer knappen Zwei-Drittels-Mehrheit für das Frauenstimmrecht. Im darauf folgenden Herbst zogen schon 12 Nationalrätinnen und eine Ständerätin ins Bundeshaus. Auch im Kanton Luzern gab es nun mehrere Grossrätinnen, die dem Kantonalen Parlament einen neuen Politstil aufdrückten.

Zum gleichen Zeitpunkt solidarisierten sich die Frauen in den Gemeinden für die Verwirklichung der Kindergärten. Sie hatten überall Erfolg, weil sie nun zusammen mit einigen Männern die Mehrheit in Gemeindeangelegenheiten hatten. 1971 verfügten noch 44 Gemeinden über einen Kindergarten. Innert fünf Jahren kamen noch 50 weitere Gemeinden mit einem eigenen Kindergarten hinzu. Diese und andere Fortschritte im Bildungswesen waren ein deutlicher Erfolg des Frauenstimmrechtes, das von den Frauen damals voll eingesetzt wurde.

Die Frauen hätten auch heute auf der politischen Bühne die Mehrheit, die vieles dadurch in der Gleichstellung verbessern könnte. Wie weit die Frauenstreiks 1991 und 2019 die Politik veränderten, wird die Zukunft zeigen. Die Wirkung des Frauenstimmrechts 1971 im Kanton Luzern, zeigt, dass die Frauen mit ihrer Mehrheit und Bereitschaft, in alle Behörden sich wählen zu lassen, wohl grössere Wirkung erreichen, als mit legalen Frauenstreiks.

Ich hoffe, dass im Herbst der Frauenanteil in Bern dank der Solidarität unter den Frauen markant anwächst. Den Kandidatinnen wünsche ich viel Glück.

Franz Wüest, Zell

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