Leserbrief
Als Preis wäre ein rostiger Schachtdeckel angebracht

«Ein Schreibtischtäter war hier am Werk», Ausgabe vom 22. Februar

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Bravo. Scheinbar bin ich nicht der Einzige, der das (miss-)lungene «Meisterwerk» aus dem gleichen Blickwinkel betrachtet. Sie haben so ziemlich alles erkannt, was dieses Meisterwerk beinhaltet!

Der Unterschied zu Ihren Feststellungen sind aber in der Regel nicht die Schreibtischtäter mit den in Auftrag gegebenen Vorschlägen, sondern die Entscheidungsträger aus Fachgremien (Planer aller Schattierungen, Stadtbildkommission, Denkmalschutz etc.) und Politik (Stadtrat, GGR, Bau- und Planungskommission usw.), die solche Meisterwerke zu beurteilen haben und zur Ausführung freigeben. Wenn man solche Ergebnisse betrachtet, fragt sich der normale Bürger, wo bleibt die immer wieder geforderte architektonische Qualität, Ökologie, Lufthygiene, Nachhaltigkeit, Funktionalität und ästhetisches Gesamtbild? Es würde mich nicht wundern, wenn das Ganze noch mit einem Architekturpreis versehen würde. Als Auszeichnung wäre ein rostiger Schachtdeckel ein geeignetes Objekt.

Als Hausbesitzer und Bauherr in der Stadt Zug wird man mit einer Flut von Auflagen und Reglementen zu vorgenanntem Themenkreis eingedeckt, die es einzuhalten gilt, wenn man eine Baubewilligung und keine Sanktionen einhandeln will! Sinn und Zweck, Wirtschaftlichkeit, Zeitverlust und Kostenfolgen sind keine Themen bei diesen Diskussionen und werden ausgeblendet.

In Zug haben planerische Schildbürgerstreiche Tradition, die sich alle paar Jahre wiederholen und haufenweise Steuergelder kosten, und deren Bestand auf Dauer fragwürdig ist. Abschliessend zu diesem Ergebnis kann man sich fragen, ob die vorgenannten Entscheidungsträger über genügend Fach- und Sachkompetenz verfügen, oder ob in Zukunft andere Gremien über städtebauliche Lösungen und Entwicklungen entscheiden sollten, damit sich in Zukunft nicht ein Schandfleck an den anderen reiht.

Jürg Wickart, Zug

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