Persönlich
Ab ins All – weg von hier!

Urs Huber
Urs Huber
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Blue Origin / Handout / EPA

Gestern Abend habe ich meinen «Käfer» aus der Garage geholt. Er rumpelte beim Start ganz ordentlich und die anfänglich ausgestossenen Abgaswolken haben «echt was hergegeben», wie der Insider sagt. «Wenn er schon mal läuft», dachte ich kurz darauf, «dann dreh’ ich doch gleich mal eine kleine Runde.» Und schon war ich weg.

Im sogenannten «Muggenloch» fiel mir ein, auf einer reinen Spassfahrt zu sein, die ich vor dem Jüngsten Umweltgericht, wenn es denn ein solches gäbe, nie hätte verantworten können. Also nahm ich Gas weg, sodass mich ein trainierter E-Bike-Fahrer auf einem Göppel mit gelber Nummer wahrscheinlich überholt hätte.

Allerdings: Das schlechte Gewissen war so nicht wegzublasen und hielt sich. Bis mir Jeff Bezos in den Sinn kam, der jüngst nach dem durchaus lustvollen Motto «Ab ins All!» auf einem kostspieligen Ausflüglein dorthin wohl mehr CO2 freisetzte als ich für den Rest meiner Tage freizusetzen imstande bin. So etwas tröstet über manches hinweg, auch wenn der Trost natürlich ein plumper ist. «Andere nehmen ihre Verantwortung wahr, du die deine», sagten meine Eltern nach einem Streit unter uns Kindern jeweils. Sie hatten recht. Aber ehrlich gesagt: Manchmal kommt einem Jeff Bezos doch ganz gelegen.

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