Kommentar
Ohne Kinderimpfung keine Herdenimmunität

Werden Kinder ab sechs Monaten ebenfalls geimpft, wird der Weg zu einer partiellen Herdenimmunität geöffnet. Damit wäre schon einiges erreicht. In erster Linie geht es bei der Impfung von Kleinkindern und Jugendlichen aber um etwas anderes.

Bruno Knellwolf
Bruno Knellwolf
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In erster Linie geht es auch bei der Impfung von Kindern und Jugendlichen darum, die Erkrankung zu vermeiden, auch wenn diese äusserst selten ist.

In erster Linie geht es auch bei der Impfung von Kindern und Jugendlichen darum, die Erkrankung zu vermeiden, auch wenn diese äusserst selten ist.

Keystone

Am Ende des Tunnels steht die Herdenimmunität. Und somit jener Zeitpunkt, an dem so viele Menschen in der Bevölkerung immun sind, dass sich das Coronavirus nicht mehr ausbreiten kann. Doch die britische Variante hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, weil sie ansteckender ist als der Urtyp. Statt wie anfangs gedacht 60 Prozent müssen nun 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung geimpft und immunisiert sein, damit wir eine Herdenimmunität und damit auch unsere alte Normalität wieder zurückerhalten.

80 bis 90 Prozent? Da kommen Zweifel auf. Vor allem wenn man sich jener gewahr wird, welche zurzeit die sozialen Medien und die E-Mail-Posteingänge mit Halbwahrheiten und irren Verschwörungstheorien aus den dunkelsten Ecken des Internets füttern und nicht zur Herdenimmunität beitragen werden. Wie auch jene, die sich vor den Nebenwirkungen fürchten und die Skeptischen, die noch abwarten.

Kommt hinzu, dass zur Bevölkerung natürlich auch die Kleinsten und Jugendlichen gehören, die im Moment noch gar nicht geimpft werden dürfen. Das allerdings wird sich im Laufe des nächsten halben Jahres ändern, wenn die vor einem Monat begonnenen Kinderimpfstudien der Pharmafirmen beendet sein werden und die Zulassungen auf die Jugend ausgeweitet werden.

Werden Kinder ab sechs Monaten ebenfalls geimpft, wird der Weg zumindest zu einer partiellen Herdenimmunität geöffnet. Und mit der wäre schon einiges erreicht, weil damit die Verbreitung des Virus stark eingeschränkt und die Coronamassnahmen auf ein Minimum beschränkt werden könnten. Genau das sind wir der Jugend schuldig, welche die Einschränkungen am meisten trifft.

Kleinkinder und Jugendliche werden aber nicht nur der Herdenimmunität wegen geimpft. In erster Linie geht es auch bei ihnen darum, die Erkrankung zu vermeiden, auch wenn diese äusserst selten ist. Auf die Verbreitung des Virus haben zudem auch die Jugendlichen ihren Einfluss, der so reduziert werden kann. Wie gegen Masern wird die Coronaimpfung zur Selbstverständlichkeit werden. Erst einmal muss der Bund nun die Impfbereiten rasch impfen und die Impfung der Jungen vorbereiten. Damit das Tempo dann höher sein wird als bei den Erwachsenen.