Meiereien
Wiedersehen mit Foxi beim Impftermin

«Hallo Foxi», sage ich, «oder soll ich Dr. Foxi sagen?» Wenn das Impfzentrum unerwartet zum Begegnungszentrum wird.

Jörg Meier
Jörg Meier
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Seit Impfbeginn ist Foxi als Freiwilliger im Einsatz.

Seit Impfbeginn ist Foxi als Freiwilliger im Einsatz.

Alexandra Wey / KEYSTONE

Kürzlich beim Impfen. Der Mann am Empfangs-Desk begrüsst mich freundlich, duzt mich, erklärt, fragt, wie es mir gehe. Ich bin leicht irritiert, erkenne den Mann hinter der Maske nicht, sehe nur seinen fröhlichen Blick. Das Namensschild erlöst mich. Der Mann ist Arzt und heisst mit Vornamen Felix; es muss jener Felix sein, der damals eine Klasse über mir in die Schule ging.

Es war die Zeit, als die schlauen Comicfiguren Fix und Foxi zum Alltag gehörten; Felix bekam das zu spüren. Wir nannten ihn konsequent Foxi. Foxi wusste schon als Bub, dass er Arzt werden möchte. Er sagte das mit einer Bestimmtheit, die keinen Zweifel offenliess. So viel Klarheit über meine Zukunft hätte ich mir damals auch gewünscht. Nach der Schule habe ich Foxi aus den Augen verloren.

Jetzt steht er vor mir am Empfangs-Desk im Impfzentrum. «Hallo Foxi», sage ich, «oder soll ich Dr. Foxi sagen? Du bist tatsächlich Arzt geworden.» Er zuckt leicht zusammen, als er «Foxi» hört; dann präzisiert er: Ja, er sei Arzt, aber inzwischen sei er auch schon pensioniert. «Ich helfe hier aus, damit die Fachpersonen sich auf ihre eigentliche Arbeit im Spital konzen­trieren können», sagt er; seit Impfbeginn ist er als Freiwilliger im Einsatz und mit ihm weitere ehemalige Ärztinnen und Ärzte.

Wenig Minuten später verlasse ich als Geimpfter das Zentrum. Von weitem sehe ich Foxi. Ich winke ihm zu. Doch er sieht mich nicht. Konzentriert und freundlich kümmert er sich um die stetig hereinströmenden Impfwilligen.