Kommentar
Milliarden sind nicht gleich Milliarden

Die Ausgaben des Staates werden gegeneinander abgewägt – Was ist nun wichtiger? Die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft oder die Ausgaben zur Schadensbegrenzung bezüglich Corona?

Florence Vuichard
Florence Vuichard
Drucken
Teilen
Allein an die Kurzarbeit hat der Bund im letzten Jahr rund 11 Milliarden einbezahlt.

Allein an die Kurzarbeit hat der Bund im letzten Jahr rund 11 Milliarden einbezahlt.

Alles hat seinen Preis. Auch das Erreichen des viel beschworenen Netto-Null-Ziels bis 2050. Nur mit schönen Worten jedenfalls wird die Schweiz ihr Versprechen nicht einlösen können, welches sie mit dem Pariser Abkommen eingegangen ist.

Die Transformation zu einer klimaneutralen Volkswirtschaft braucht nicht nur einen politischen Willen, sondern auch viel Geld: knapp 390 Milliarden Franken bis 2050, wie die Bankiervereinigung nun ausgerechnet hat. Oder im Schnitt 13 Milliarden Franken pro Jahr.

Das klingt nach viel, auch nach all den Coronamilliarden, welche der Staat in den letzten anderthalb Jahren ausgegeben hat. Doch 13 Milliarden entsprechen «nur» zwei Prozent des Brutto­inlandprodukts. Und Milliarden sind nicht gleich Milliarden.

So hat der Bund in der Pandemie allein im letzten Jahr an die 11 Milliarden Franken in die Kurzarbeit einbezahlt, 2,5 Milliarden Franken hat er fürs laufende Jahr allein für die Kostenübernahme bei den Covid-Tests budgetiert. Alles Ausgaben, die berechtigt sind, aber letztlich getätigt werden, um den Schaden zu minimieren und den Status quo zu bewahren.

Die Milliarden hingegen, die es für den energetischen Umbau braucht, sind Investitionen in Gebäudesanierungen, energieeffizientere Produktionsverfahren oder in E-Autos, getätigt von der öffentlichen Hand, Unternehmen und Privatpersonen. Investitionen also in eine zukunftsfähigere Infrastruktur– und in neue Arbeitsplätze.

Aktuelle Nachrichten