Apropos
Weniger ist oftmals mehr

Was wäre, wenn jedem Menschen täglich nur ein bestimmtes Kontingent an Worten zur Verfügung stehen würde? Unsere Autorin hat ein kleines Gedankenspiel gewagt.

Rahel Koerfgen
Rahel Koerfgen
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Wie wunderbar es doch wäre, wählten viele Politiker ihre Worte mit mehr Bedacht. Hier ein Symbolbild aus dem Ständerat.

Wie wunderbar es doch wäre, wählten viele Politiker ihre Worte mit mehr Bedacht. Hier ein Symbolbild aus dem Ständerat.

Peter Schneider / KEYSTONE

Wenn Sie sich heute mit einem «Guet Nacht» schlafen legen, werden Sie um die 16'000 Wörter verplappert haben. Ein Haufen Buchstaben, meinen Sie? Das ist ja nur der Durchschnitt. Viele Menschen dürften deutlich mehr auf ihrem Wortkonto haben. Und das hat mich auf ein kleines Gedankenspiel gebracht.

Was wäre, wenn jedem Menschen täglich nur ein Kontingent an Worten zur Verfügung stehen würde? Es würde etwas Wundersames geschehen: Wir würden mit viel mehr Bedacht kommunizieren. Keine redundanten Monologe mehr an Sitzungen, die oft nur der Selbstprofilierung dienen, keine Phrasendrescherei von Politikern, keine Schönrederei von Wirtschaftsmagnaten. Und jene, die in der Wortgewalt anderer jeweils untergehen, aber tatsächlich etwas zu sagen hätten, würden gehört.

Natürlich ist das total unsinnig, weil gegen die Redefreiheit. Aber dass, wenn es ums Reden geht, weniger oftmals mehr ist, das sollten sich viele von uns endlich hinter die Ohren schreiben.

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