Persönlich
Fasnachtsdienstag

Urs Mathys
Urs Mathys
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Manche sagen, der Nebel sei der älteste Solothurner. Mindestens so lange sei der Neid am Jurasüdfuss zu Hause, behaupten andere. Beide dürften recht haben: Denn da, wo der Nebel liegt, ist der Neid tatsächlich oft nicht weit weg: Der Neid auf all jene etwa, die oberhalb des dicken, grauen Deckels an der Sonne sitzen. Zum Beispiel auf dem Weissenstein: mit Ausblick zum weissen Alpenkranz...

Doch noch anderes kann beim gewöhnlichen Homo Solodorensis neidvolle Gefühle auslösen: Etwa der Eindruck, dass es den Staatsbediensteten besser gehen könnte als dem gemeinen Volk. Ich kenne dieses Gefühl selbst – aus eigener Erfahrung. Und zwar immer dann, wenn an meinem Namenstag, dem 30. September, die städtischen und kantonalen Staatsbediensteten zu Ehren von Stadtpatron St.Ursus einen offiziellen Freitag einziehen können, während gewöhnlich Sterbliche arbeiten müssen – sogar dann, wenn sie Urs heissen.

Nun aber haben Ungerechtigkeit und damit der Neid eine neue Dimension erreicht, die weit über die Stadtgrenzen hinausgreifen: So soll doch tatsächlich das Staatspersonal am letzten Dienstag in den Genuss eines freien Halbtages gekommen sein. Warum? Weil Fasnachtsdienstag war. Fasnacht?! Fasnachtsdienstag?! – werden Sie sich nun auch fragen. Haben Sie und ich da etwa irgendetwas verpasst?

urs.mathys@chmedia.ch