Umwelt
Grün ist nur, was richtig genutzt wird

Das Umweltmanagement-System Grüner Güggel hilft Kirchgemeinden, ihre Ökobilanz zu verbessern.

Florian Niedermann
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Hängt bisher erst in Meilen: die Plakette des Grünen Güggels. Fotos: André Springer

Hängt bisher erst in Meilen: die Plakette des Grünen Güggels. Fotos: André Springer

Andre Springer

Diese Nachricht freut selbst Atheisten: Auch Schweizer Kirchgemeinden wollen dem Trend zu mehr Ökologie folgen. Im Kanton Zürich haben die beiden reformierten Kirchgemeinden Bülach und Meilen etwa intelligente Heizsysteme oder Photovoltaikanlagen auf dem Dach installiert, um sich nach dem Umweltmanagement-System Grüner Güggel zertifizieren zu lassen. Andere wollen folgen.

Das Umweltbewusstsein der Kirchen ist löblich. Auch dass die Zertifizierungsfachstelle einen regelmässigen Nachweis ihrer Bemühungen verlangt, ist gut. Dies garantiert, dass die von den Kirchgemeinden getroffenen Massnahmen tatsächlich nachhaltig wirken. Doch ist es mit den Verbesserungen an der Infrastruktur nicht getan. Eine intelligente Heizung nützt wenig, wenn die Türen zu ungeheizten Räumen nicht geschlossen sind. Und es ist nicht sinnvoll, wenn ein ganzer Kirchenraum für eine Chorprobe beheizt werden muss, obschon diese auch in ohnehin beheizten Räumen stattfinden kann. Solche menschlichen Faktoren sind für den ökologischen Fussabdruck einer Kirchgemeinde mindestens so entscheidend wie die technischen.

Wollen Kirchgemeinden ihre Ökobilanz verbessern, müssen sie also auch ihre Mitglieder erziehen. Es war daher eine richtige und wichtige Entscheidung der Zertifizierungsfachstelle des Grünen Güggels, Kirchenfunktionäre zu Umweltberatern auszubilden. Sie können ihren Gemeinden aufzeigen, wie sie Themen der Nachhaltigkeit in Predigten oder den Religionsunterricht einfliessen lassen könnten – um so auch ein ökologisches Umdenken bei den Mitgliedern zu fördern.

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