Persönlich
Wenn ein Weichei Alex Frei weg grätscht

Michael Nittnaus
Michael Nittnaus
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Nächste Herausforderung: Alex Frei

Nächste Herausforderung: Alex Frei

Erinnern Sie sich an mich? Ich bin das Weichei. Also der Typ, der wegen einer simplen Hüftprellung die Ambulanz rief. Zehn Monate ist das schmerzhafteste Fussballspiel meiner glorreichen Amateurkicker-Karriere mittlerweile her. Und wie es bei Senioren im Allgemeinen und bei Seniorenfussballern im Speziellen üblich ist, dauerte es ewig, bis die blau-schwarz gefleckte Hüfte sich entschloss, wieder fröhlichere Farben anzunehmen.

Okay, eigentlich sagte der Arzt schon nach zwei Wochen, ich dürfte sofort wieder voll trainieren und dass nur mein eigenes Schmerzempfinden mich abhalten würde. Aber da ist es wieder, das Weichei in mir. Nur nichts überstürzen, dachte ich mir. Und je länger ich bei meinen Old Boys auf der Schützenmatte fehlte, desto mehr reifte in mir ein Gedanke: Wenn schon ein Comeback, dann mit Stil. Wie ein Grosser eben. Alex Frei gab nach seiner Verletzung im Startspiel der Euro 08 sein Comeback für Dortmund beim Derby gegen Schalke und schoss gleich zwei Tore.

Ich schoss keine Tore. Aber nach über sieben Monaten Pause – was übler Nachrede zufolge nicht nur an der Prellung lag – startete ich im April just gegen denselben Gegner, die beinharten Spanier von Español Basel. Und siehe da: Das epochale 5:5 ebnete uns den Weg zum Meistertitel bei den Senioren Promotion. Am Ende der Saison standen 44 Punkte für uns deren 41 von Español gegenüber. Aufstieg. Meisterklasse. Oh du süsser Duft der Rache.

Ein Datum habe ich mir bereits rot angestrichen: Freitag, den 21. September. Dann heisst es OB gegen den SC Dornach. Oder Nittnaus gegen Beni Huggel, Marco Streller – und Alex Frei. Fest steht: Das Weichei muss jetzt grätschen üben.