Knatsch in der SP
Rote Karte für Ruedi Rechsteiner

Einige SP-Genossen setzen seit geraumer Zeit Silvia Schenker unter Druck zurückzutreten. Jetzt attackiert Ruedi Rechsteiner die Nationalrätin auf Facebook.

Nicolas Drechsler
Nicolas Drechsler
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Ruedi Rechsteiner (r.) fordert Silvia Schenker zum Rücktritt auf.

Ruedi Rechsteiner (r.) fordert Silvia Schenker zum Rücktritt auf.

zvg

Die Basler SP kann im Stadtkanton dank hohen Steuereinnahmen Probleme mit Geld zudecken, anstatt sie zu lösen. Sie kann sich als erfolgreiche Regierungspartei präsentieren und im Parlament doch hin und wieder so etwas wie soziale Kritik üben. Sie hat einige gute Leute in einigen wichtigen Ämtern, und sie wird bei den nächsten Nationalratswahlen ihre beiden Sitze halten. Mindestens.

Offenbar wird es da einigen Genossen zu wohl. Sie setzen seit geraumer Zeit Nationalrätin Silvia Schenker unter Druck zurückzutreten, um dem designierten Nachfolger Mustafa Atici an den nächsten Wahlen zum Bisherigen-Bonus zu verhelfen. Jetzt ist der intern schwelende Streit plötzlich ganz öffentlich geworden. Weil Partei-Urgestein Rudolf Rechsteiner, selber zu seiner Zeit nur mit der Trennscheibe vom Nationalratssessel zu lösen, Schenker auf sozialen Medien attackiert. Er fordert sie nicht nur zum Rücktritt auf. Er wirft ihr auch vor, keinen Anstand zu haben. Weil sie das tun will, wozu sie gewählt wurde: ganze vier Jahre Nationalrätin sein.

Man muss Schenkers Politik nicht gutheissen. Aber den Willen der Wähler zu respektieren, gehört in einer Demokratie nicht nur zum Anstand, es ist das Fundament des Systems. Der Ärger in den eigenen Reihen ist für Schenker persönlich belastend. Für die Partei auch. Trotzdem wird dies nichts daran ändern, dass an den nächsten Nationalratswahlen wieder mindestens zwei Basler SP-Vertreter vom Volk nach Bern geschickt werden. Übrigens auch sie für vier komplette Jahre.

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