Kommentar
Es gehört mehr dazu als «Bildli»-Hochladen

«Gerade KMU sollten die Chancen von Social Media nutzen. Über den starken Franken jammern, können sie später wieder.» Ein Kommentar über die Nutzung des Web 2.0.

Benjamin Wieland
Benjamin Wieland
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Auf sozialen Medien kann man viel mehr machen als nur «Bildli» hochladen und Likes verteilen.

Auf sozialen Medien kann man viel mehr machen als nur «Bildli» hochladen und Likes verteilen.

Keystone

Bei Kaufmann Wine & Drinks in Bättwil gibt es jetzt eine Aktion der Cognac-Marke Martell. Angeboten wird eine Jubiläums-Sorte, gereift in 300-jährigen Eichenfässern; nur sechs Flaschen werden in der Schweiz verkauft. Auch die Senioren des BSC Old Boys feierten ein Jubiläum. Sie haben es vor dem Geschäft der Feinbäckerei am Riehentor im Kleinbasel begangen (es ist übrigens die älteste Bäckerei von ganz Basel, sie existiert seit 1726). Und bei Bercher & Sternlicht, dem Modelleisenbahn-Laden am Spalentor mit dem «Zügli» im Schaufenster, steht neu ein kultiger Ovomaltine-Güterwagen im Regal, Spurweite H0.

Woher ich das alles weiss? Von den Facebook-Seiten der erwähnten Betriebe. Das zeigt: Auf sozialen Medien kann man viel mehr machen als nur «Bildli» hochladen und Likes verteilen. Ein Unternehmen, das diese Kanäle richtig bespielt, kann neue Absatzmöglichkeiten und Kundenkreise erschliessen. Gerade Gewerbebetriebe mit beschränktem Budget können auf Aktionen aufmerksam machen, von denen ansonsten – ausserhalb des Stammkundenzirkels – kaum jemand erfahren hätte.

Lange wurden die sozialen Medien belächelt. Das sei reine Unterhaltung, oberflächliche dazu. Die Gross-Unternehmen jedoch haben das Potenzial von Facebook, Twitter, Pinterest und Co. längst erkannt und ihre Präsenz stark ausgebaut. Die KMU sind aber ins Hintertreffen geraten: Erst knapp die Hälfte von ihnen ist per Social Media unterwegs. Sie sollten nun die Chance ergreifen, die ihnen das Web 2.0 bietet. Über den starken Franken jammern, können sie dann später wieder.

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