Stadion Aarau
Über die Nase aus denken schadet nicht

Ein grüner Einwohnerrat fordert den Aarauer Stadtrat per Postulat auf, die Stadionstrategie zu überarbeiten.

Sabine Kuster
Sabine Kuster
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Nach wie vor nur als Modell: Das geplante Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd

Nach wie vor nur als Modell: Das geplante Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd

Alex Spichale

Mit diesem Vorstoss wird sich der grüne Aarauer Einwohnerrat Markus Hutmacher wenig Freunde machen: Mitten in einer ohnehin heiklen Phase des Stadion-Projekts stellt er es grundsätzlich infrage. Und es sieht zuerst danach aus, als falle er dem Stadtrat in den Rücken.

Zwar hat sein Postulat tatsächlich den Anstich einer «Ich-hab-euch-ja-schon-immer-gesagt,-dass-es-nicht-funktioniert»-Aktion. Und auch das stimmt: Die Grünen wollen im Prinzip einfach ein Stadion, das noch weniger Verkehr verursacht.

Aber nicht von der Hand zu weisen ist dennoch, dass die Zukunft des Stadions auch ohne das mühsame Beschwerdeverfahren unsicher ist: Wie viele Millionen mehr als bis jetzt bewilligt, wird das Stadion kosten, wenn die Baubewilligung rechtskräftig ist? Und wer soll dann die Differenz bezahlen? Wird die Bauherrin HRS Real Estate bezahlen, weil Verzögerungen durch Beschwerden zu jedem grossen Projekt dazugehören? Oder muss die Stadt das Portemonnaie öffnen, beziehungsweise die Aarauerinnen und Aarauer, weil es nach dem Ja zum Stadion-Kredit 2008 drei Jahre dauerte, bis der Gestaltungsplan fix war?

Kürzlich sagte Stadtrat Lukas Pfisterer in einem Interview, man werde erst neu rechnen, wenn die Baubewilligung rechtskräftig sei. Das kann noch zwei Jahre dauern. Markus Hutmacher hat recht, wenn er fordert, dass der Stadtrat schon jetzt über die Bücher gehen soll und sich auch zum Beispiel ein Notfall-Szenario überlegt.

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