Per Autostopp um die Welt
Mönche wie du und ich – sie rauchen, haben Smartphones und schauen Frauen hinterher

Autostöppler Thomas Schlittler ist seit dieser Woche wieder alleine per Autostopp um die Welt unterwegs von Luang Prabang (Laos) nach Nong Khai in Thailand. Dabei macht sich Kolumnist Thomas Schlittler so einige Gedanken.

Thomas Schlittler
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Von Nong Khai Zentrum nach Stadtrand_Im Seitenwagen von Wais Motorrad liegen zwei Krücken. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sie ihm gehören
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Von Nong Khai nach Chum Phae_Ohb (rechts) arbeitet als Elektroingenieur in Bangkok. Monatslohn_umgerechnet CHF 820.-, davon gehen CHF 190.- für die Miete drauf
Von Chum Phae nach Phu Khiao_Die nächsten 20 Kilometer verbringe ich auf der Ladefläche eines Pick-up-Trucks. Ein tolles Gefühl!
Der einzige Nachteil ist, dass ich so meine Fahrer nicht kennenlerne. Das sind sie. Aber die Namen weiss ich leider nicht
Von Phu Khiao nach Ban Bua Phak Kwian_Fok (18) will zuerst ein Auto für mich anhalten, als das nicht klappt, bringt er mich mit seinem Roller ins nächste Dorf
Von Ban Bua Phak Kwian nach Chaiyaphum_Das ist die Familie von Manat, der es leider nicht aufs Bild geschafft hat_Von der Oma (hinten) bis zu den Enkelkindern
Von Chaiyaphum nach Ban Huai Lua_Mit tiefer Stimme und amerikanischem Akzent fragt Bom 'Where do you go'. Sein Arbeitgeber_Military Airforce
Von Ban Huai Lua nach Ban Nong Bua Khok_Weitere 50 (windige) Kilometer mit einem Pick-up-Truck. Woohoooo!!!
Und diese Dame und ihr Mann, der nicht aufs Foto wollte, haben mir diese Fahrt ermöglicht
Von Ban Nong Bua Khok nach Nakhon Ratchasima_Ans Tagesziel gehts mit Li (links) und Deng. Wir skypen mit Lis betagten Ladyboy-Freundin. 'She likes you', sagt sie mir ...
Per Autostopp um die Welt: Woche 37 Fahrer-Selfies
Aber sie sind super nett und machen einen Umweg von 50km, um mich zu einem Tempel zu bringen, den ich besichtigen möchte (siehe andere Fotostrecke)
Von Nang Rong nach Chong Chom:Am Tag danach sind es 280km bis ans Tagesziel. Die ersten 110km davon verbringe ich auf einem Pick-up
Das ist nur möglich, weil diese Truppe einen Markt an der Grenze Thailand-Kambodscha besuchen will
Von Chong Chom nach Grenze Thailand-Kambodscha:Vom Markt sind es 2km bis zur Grenze. Ich will laufen, doch ein Grenzpolizist hält mich auf - und fährt mich
Von Grenze nach kleines Kaff: Do(links)und La erlösen mich mit ihrem LKW nach einer Stunde an der Hitze.Es hat in Kambodscha wieder deutlich weniger Autos als in Thailand
:Von kleines Kaff nach Samrong:Doch ich habe - wie immer! - Glück. Obwohl mich Do&La irgendwo in einem kleinen Kaff rauslassen, komme ich dank diesem Pick-up weiter
Von Samrong Zentrum nach Dorfrand: Einer meiner beiden Pick-up-Bekanntschaften fährt mich dann noch aus dem Dorf - an einen Taxistand. Ich danke meinem Fahrer ...
Von Samrong Dorfrand nach Siem Reap ... und als er umgedreht hat, entferne ich mich schnell von den Taxis. Es geht keine Minute, da lädt mich dieser Pick-up auf
130km kann ich bis ans Tagesziel mitfahren. Die meiste Zeit mit Musik in den Ohren und singend - zur Belustigung der drei Buben im Auto

Von Nong Khai Zentrum nach Stadtrand_Im Seitenwagen von Wais Motorrad liegen zwei Krücken. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sie ihm gehören

Thomas Schlittler

Es war wohl nicht Gott, der Tao und seine vier thailändischen Mönchskollegen zu mir geführt hat. Denn die buddhistische Lehre kennt (im Gegensatz zum Christentum oder dem Islam) keinen allmächtigen Gott.

Mein Fahrer setzt mich in der thailändischen Kleinstadt Chaiyaphum ab,in die sich kaum Touristen verirren.In einem Park sehe ich ein paar Zelte-und stelle meines dazu
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Dann merke ich, dass ich genau am richtigen Tag in diesem Städtchen abgesetzt wurde - sie feiern das chinesische Neujahr
Mit Konzerten ...
... traditionellen Aufführungen ...
... etwas Cabaret ...
... und natürlich Feuerwerk! Ich begegne bei den ganzen Feierlichkeiten keinem Westler und will deshalb sehen, wie das in den Bars und Clubs so aussieht
Es ist genau dasselbe und ich habe einen lustigen Abend mit Einheimischen. Wenn auch praktisch ohne verbale Kommunikationsmöglichkeiten
Als der Club um 2 Uhr schliesst, laufe ich zurück in den Stadtpark zu meinem Zelt - wo ich von weiteren Einheimischen empfangen werde, die auch hier campen
Meine nächste Station, die Stadt Nakhon Ratchasima, ist dann eher unspektakulär. Zu sehen gibt es nicht allzu viel - und in den Ausgang mag ich nicht mehr ...
Dafür sind die Fahrer, die mich in Nakhon Ratcha aufladen, umso spannender_Fünf buddhistische Mönche
Sie machen einen 50km langen Umweg, um mich zum Tempel Phanom Rung zu fahren.
Der Tempel gilt als eines der beeindruckendsten Baudenkmäler der Khmer in Thailand.
Die Mönche machen fleissig Fotos. Vom Tempel ...
Aber vor allem auch von ihnen selbst ...
Als ich einen Tag später die Grenze nach Kambodscha überquere, merke ich sofort_Dieses Land ist wieder deutlich ärmer als Thailand
Es gibt weniger Autos. Und jene Autos, die es gibt, sind nicht so neu wie jene in Thailand
Auch die Behausungen sind meist wieder deutlich einfacher ...
...
Ausser natürlich der Sitz der Partei, der sieht in jedem Dorf tiptop aus ...

Mein Fahrer setzt mich in der thailändischen Kleinstadt Chaiyaphum ab,in die sich kaum Touristen verirren.In einem Park sehe ich ein paar Zelte-und stelle meines dazu

Thomas Schlittler

Nennen wir es also einfach Glück, dass die Männer mit den orangefarbenen Gewändern am Stadtrand von Nakhon Ratchasima an mir vorbeifahren und mich mitnehmen – nur um gleich wieder umzukehren und zurück ins Stadtzentrum zu fahren.

„Wieso drehen wir um?“, frage ich Tao, der als einziger der Mönche etwas Englisch spricht. Ich bin verwirrt, denn ich habe gedacht, sie hätten verstanden, dass ich die Stadt Richtung Süden verlassen will.

Per Autostopp um die Welt

Thomas Schlittler (27) war von 2012 bis Ende April 2015 Wirtschafts-Redaktor bei der «Nordwestschweiz». Jetzt trampt er per Autostopp um die Welt und schreibt wöchentlich eine Kolumne darüber.

„Keine Sorge“, sagt der 39-Jährige. „Wir müssen nur nochmals kurz zurück zum Tempel, weil wir etwas vergessen haben.“ Zwei Ordensbrüder holen ein Formular, das sie brauchen, um ein Visa für Indien zu beantragen. (Im März reisen sie in das Ursprungsland des Buddhismus.)

Mönche sind bürokratischen Quälereien genau gleich ausgeliefert wie wir. Und manche haben gar die gleichen menschlichen Schwächen: Tao und ein junger Mönch, auf dessen entblösster Wade sowie dem Handrücken Tattoos prangen, zünden sich beim Warten eine Zigarette an.

Doch nicht nur ihrem eigenen Körper tragen einige buddhistische Mönche keine Sorge, auch das Herz für Tiere scheint nicht bei allen überdurchschnittlich gross zu sein. Als nämlich eine streunende Hündin beim Vorbeilaufen einen Welpen wirft, interessiert sie das nur mässig. Sie heben das Neugeborene zwar vom heissen Asphalt auf und legen es in den Schatten, danach fahren sie aber ohne zu zögern los. Eine Säuglingsstation für Welpen wird nicht eingerichtet.
Ich bin etwas enttäuscht, hatte ich betreffend Umgang mit Tieren im Buddhismus doch immer den Film „Sieben Jahre in Tibet“ im Kopf, in dem Brad Pitt bei einem Bauprojekt schier verzweifelt, weil die Einheimischen jeden einzelnen Regenwurm in Sicherheit bringen wollen.

Per Autostopp um die Welt 3: Thomas Schlittlers Selfies mit den Fahrern, die ihn mitgenommen haben
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Von Pakvet nach Kiewgna: Weiter geht es mit Bingol,ebenfalls auf dem Roller.Er lädt mich zu einer Partie Pétanque ein.Das Spiel ist ein Überbleibsel der Franzosen.
Von Kiewgna nach Kiewmaknao: Nach einer Nacht im Zelt lädt mich Sobsanai auf. Den Berg hinunter stellt er den Motor ab, um Benzin zu sparen.
Von Kiewmaknao nach Vang Vieng: Nach den eher kleineren Strecken mit den Rollern - Jackpot! Über 120 Kilometer mit einer chinesischen Touristengruppe.
Sie offerieren mir bei einem Stopp eine Packung Instant-Reis. Ein 'Kissen' bringt das Wasser zum Kochen. Habe ich noch nie gesehen vorher.
Von Vang Vieng nach Houay Pamom: Mr. Jün (rechts) und sein Arbeitskollege lassen tolle Lao-Musik laufen - und singen lauthals mit.
Von Houay Pamom bis Dorfende: Mit diesem Herr erlebe ich eine Premiere_Ein paar hundert Meter im Seitenwagen eines Motorrads.
Von Dorfende nach Vientiane: Dann bringt mich Tour-Guide Toni in die 120km entfernte Hauptstadt. Er spricht perfekt Englisch. Das gibt es in Laos wieder öfters.
Von Vientiane nach Grenze Thailand: Komtan Tiravan ist Laote, seine Frau Lati Thailänderin. Sie bringen mich an die Grenze.
Von dort geht es dann zu Fuss über die Grenzbrücke nach Nong Khai, der thailändischen Stadt am anderen Flussufer.
Woche 34: Von Luang Namtha nach Phonxaisavang_Mr. Amlek ist Mitglied der Laotischen Revolutionären Volkspartei - der einzigen Partei in Laos ...
Von Phonxaisavang nach Huay Xai_Es ist eng auf dem Rücksitz mit der dreijährigen Sina. Ihr Daddy Martin wollte uns aber unbedingt mitnehmen ...
... obwohl seine Frau und seine elfmonatige Tochter Ria krank sind und wir ganz viele Stopps machen müssen, weil sie sich übergeben müssen.
Von Huay Xai nach Luang Prabang_Eine Mekong-Flussfahrt wollen wir uns nicht entgehen lassen, deshalb bezahlen für einmal für den Transport (CHF 27.50).
Woche 29: Ich stehe nicht mehr alleine am Strassenrand: Seit rund zwei Wochen ist meine Freundin Lea zu Besuch.
Eines vorweg: Autostöppeln zu zweit gibt in China Anlass zu Freudensprüngen. Mit nur 15 Fahrern kommen wir 2800 Kilometer Richtung Südosten.
Wir müssen nie länger als 20 Minuten warten.
Von Ürümqi nach Autobahnkreuzung_Unser erster Fahrer ist Shi Kuang Li (Schreibweise willkürlich) .
Von Autobahnkreuzung nach Turpan_Unser zweiter Fahrer Sin Jang Fu scheint sehr markenfixiert - ob iPhone 6 oder Rolex.
Von Turpan nach Hami_Diese Herren nehmen uns mit, obwohl wir uns noch gar nicht richtig am Strassenrand platziert haben .
Von Hami nach Autobahnkreuzung: Der Fahrer (rechts) kann einigermassen Englisch.
Von Autobahnkreuzung nach Liuyuan: Eine Seltenheit bisher - Ein LKW-Fahrer mit einem Herz für Autostöppler.
Von Liuyuan nach Dunhuang_Ein Glückstreffer_Diese einheimischen Touristen fahren nur deshalb auf der gleichen unbelebten Holperstrasse wie wir.
Von Dunhuang nach Guazhou_Von diesen beiden (mit Namen ist es verdammt schwierig in China.
Von Guazhou nach Jiayuguan_Genau das Gleiche mit dieser Familie_Wir haben nicht mal unsere Rucksäcke abgesetzt - und Schwups, schon wieder 300km weiter.
Von Jiayuguan nach Shandan_Mit ihm starten wir früh morgens in einen laaangen Autostopp-Tag.
Von Shandan nach Wuwei_Auch Ma Mi (endlich wieder ein Name,den wir verstanden haben.
Von Wuwei nach Dingxi_Diese beiden Herren wollen kein Foto machen.
Von Dingxi nach Fufeng_Das Lächeln von Lu Liang ist uns von Beginn weg sympathisch.
Von Dingxi nach Tianshui_Sein Zielort ist über 1000km entfernt - allerdings in die falsche Richtung.
Er nimmt uns mit in seine Heimatstadt Fufeng und stellt uns seiner Frau sowie seiner sechsjährigen Tochter vor.
Sie zeigen uns einen buddhistischen Tempel, teilen mit uns und vier Freunden ein Festmahl und bestehen darauf, uns ein Hotelzimmer zu bezahlen.
Leider wird die schöne Begegnung von einem Unfall überschattet, der sich auf dem Weg zum Tempel direkt vor unseren Augen ereignet.
Von Fufeng nach Autobahnraststätte: Mit diesen Ladies sitzen wir auf dem Rücksitz, bevor wir die Strasse erreicht haben, auf der wir stöppeln wollten.
Von Fufeng nach Autobahnraststätte: Mit diesen Ladies sitzen wir auf dem Rücksitz, bevor wir die Strasse erreicht haben, auf der wir stöppeln wollten.
Von Autobahnraststätte nach Xi'an_Die vorherigen Fahrer rufen gar einen Freund an, der uns nach Xi'an bringt, weil sie selbst in eine andere Richtung müssen.

Per Autostopp um die Welt 3: Thomas Schlittlers Selfies mit den Fahrern, die ihn mitgenommen haben

Thomas Schlittler

Während der Fahrt fragt mich Tao nach Familie und Freundin. Ich hole die Fotos aus meinem Portemonnaie und stelle ihm alle der Reihe nach vor. Die anderen schauen neugierig herüber. Am Foto von Andrea, der zweitältesten meiner drei Schwestern, ist der Tattoo-Mönch besonders interessiert. „Er will wissen, ob sie verheiratet ist“, übersetzt Tao lachend. „Noch nicht, aber schon bald“, begrabe ich die Hoffnungen des Tattoo-Mönchs.

Beim Halt an einer Tankstelle zeigt der gleiche Mönch erneut sein ausgeprägtes Interesse am anderen Geschlecht. Er packt einen noch jüngeren Mönch auf dem Rücksitz an der Schulter und deutet durch das Fenster hindurch auf eine hübsche junge Frau, die auf einem Roller sitzt. „Das wär doch eine“, ist seine Botschaft, die ich auch ohne Thai-Kenntnisse verstehe.

Woche 36: Die erste Nacht der neuen Woche verbringe ich im Zelt in der Nähe eines kleinen Dörfchens im Norden Laos.
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Die Landschaft ist eindrücklich.
Die Laoten, die diese Aussicht geniessen können, leben allerdings in einfachsten Verhältnissen. Die meisten in Holzhütten.
Weil die Leute so arm sind, habe ich Hemmungen, meine Kamera hervorzuholen. Ich fotografiere nur Tiere ...
...
Menschen von hinten und aus grosser Entfernung ...
Oder aus dem fahrenden Auto heraus. Das hat allerdings einen negativen Einfluss auf die Qualität der Fotos ...
Eine Ausnahme mache ich bei diesen Marktständen - denn hier halten sowieso immer wieder ein paar Touristen an.
Dabei wollen diese drei laotischen Kinder ein Foto von sich.
Am zweiten Tag schaffe ich es schliesslich nach Vang Vieng. Die Kleinstadt ist wunderschön gelegen.
Und bekannt für zahlreiche Höhlen, Lagunen und Flüsse.
Das zieht zahlreiche (Party)-Touristen an, die sich oft kaum für die laotische Kultur interessieren und sich unpassend verhalten.
Nach drei Tagen in Vang Vieng geht es weiter nach Vientiane. Das Wahrzeichen der Stadt - und des Landes - ist Pha That Luang (königlicher Stupa).
Per Autostopp um die Welt 5: Menschen, Städte, Landschaften
Etwas ausserhalb der Stadt befindet sich zudem ein grosser Buddha-Park.
Offensichtlich ein beliebtes Ausflugsziel für laotische Schulklassen ...
...
Am interessantesten finde ich in Vientiane aber ein Museum, das auf die Gefahren und Folgen von Streubomben aufmerksam macht.
Laos ist pro Kopf gemessen das am meisten von Bomben getroffene Land der Welt. Während des Vietnamkrieges wurden 270 Millionen Submunitionen ...
... bei über 580'000 Bombenangriffen abgeworfen, das entspricht durchschnittlich einem Bombenangriff alle 8 Minuten über 9 Jahre hinweg.
Da ca. 30% der Bomblets nicht explodieren, geht man davon aus, dass sich noch etwa knapp 80 Millionen explosionsbereite Blindgänger in Laos befinden.
Noch immer werden Laoten - oft Kinder - von solchen Blindgängern schwer verletzt oder gar getötet (mehr Infos auf www.copelaos.org).
Luang Prabang war die Hauptstadt des historischen Königreichs Lan Xang und ist bis heute das historische und kulturelle Zentrum von Laos geblieben
1995 wurde Luang Prabang zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. 32 buddhistische Klöster sowie die französische Kolonialarchitektur stehen unter Denkmalschutz
Das zieht Touristen an - viele, viele, viele Touristen ...
Für uns etwas zu viele Touristen ...
deshalb mieten wir in der letzten Woche vor meiner Heimreise ein Auto und machen eine kleine Rundreise. Für Thomas ein spezielles Gefühl, selbst am Steuer zu sitzen...
Wir treffen auf Rollerfahrer mit ganz speziellen Trainingsanzügen ...
... und auf solche mit ganz speziellen Transportladungen
Kaum ist man aus der Stadt raus, ist Laos nicht mehr so touristisch. Stattdessen warten wunderschöne Landschaften ...
...
... und ganz einfache, kleine Dörfer auf einem. Die Einheimischen leben teilweise in sehr ärmlichen Verhältnissen. Die meisten dürften Selbstversorger sein
Besonders die zahlreichen Kinder machen aber keinen unzufriedenen Eindruck. Sie rennen voller Energie herum und scheinen immer etwas zu tun zu haben
Zum Abschluss unserer kleinen Rundreise besuchen die 'Ebene der Tonkrüge'. Das Alter der Krüge wird auf 1500 bis 2000 Jahre geschätzt.
Da das Gebiet während des Laotischen Bürgerkriegs in den 70er-Jahren von der US-Luftwaffe massiv bombardiert wurde,sind auch heute noch viele Stätten nicht zugänglich
Thomas Schlittler und Freundin Lea Wagner.

Woche 36: Die erste Nacht der neuen Woche verbringe ich im Zelt in der Nähe eines kleinen Dörfchens im Norden Laos.

Thomas Schlittler

Der Tattoo-Mönch ist wohl einer der vielen jungen Männer, die nur zeitweise (enthaltsam) im Kloster leben. Es ist in Thailand üblich, dass Mönche nach ein oder zwei Jahren ins normale Leben zurückkehren – dann dürfen sie auch auf Frauensuche gehen und heiraten.
Auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder Tinder könnten die Mönche theoretisch schon während ihrer Zeit im Kloster auf Partnersuche gehen – die passenden Smartphones dazu haben sie zumindest. Auf der 170 Kilometer langen Fahrt schauen sie die meiste Zeit auf ihren Bildschirm. Meditieren war gestern.

Eigentlich haben sich die Bettelmönche ja einem Dasein in Armut verpflichtet. Sie leben von Almosen, die sie von Gläubigen erhalten. Geld und Schmuck dürfen die Mönche nicht annehmen, ein nigelnagelneues Smartphone ist aber offensichtlich kein Problem. Die Spender erhoffen sich von ihrer Grosszügigkeit gutes Karma.

Die Mönche haben keine Hemmungen, die teuren Gaben in der Öffentlichkeit zu zeigen. Sie machen mehr Fotos und Selfies als ich, als sie mit mir zusammen einen Tempel besichtigen.

Was der historische Buddha Siddhartha Gautama von ihrem Treiben halten würde, weiss ich nicht. Ich persönlich habe mit dem Lebensstil seiner Schüler aber kein Problem. Ich hoffe, ihre gute Tat – mich mitzunehmen und gar einen 50 Kilometer langen Umweg zum Tempel zu fahren – bringt sie ihrem Ziel der Erleuchtung näher. Und sonst war es zumindest gut für ihr Karma.

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