Polemik
EM-Ablöscher schlechthin: Der vorzeitige Torerguss

Benno Tuchschmid
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Public Viewing macht Spass – aber nur, wenn überall zur gleichen Zeit das Tor fällt

Public Viewing macht Spass – aber nur, wenn überall zur gleichen Zeit das Tor fällt

Es gibt in der Schweiz kaum ein Restaurant, das die Euro 2016 nicht überträgt. Die Flachbildschirme hängen in allen Gartenwirtschaften. Die Euro ist überall Programm.

Toll! Zeugt von schichten- und regionenübergreifendem Fussball-Fieber. Und von geschäftstüchtigen Wirten. Und trotzdem braucht es jetzt sofort ein neues Gesetz.

Natürlich, der Markt. Man soll ihn wenn immer möglich sich selber überlassen, heisst es.

Er soll sich ja öfters mal von alleine regulieren. Aber zumindest im Fall der Beizen-Euro ist der Markt ein Versager.

Fussballverrückte haben den Spass am Public Viewing

Fussballverrückte haben den Spass am Public Viewing

KEYSTONE

Die Beizer schaffen es einfach nicht, ihre Kanäle zu synchronisieren. Was immer, aber wirklich immer dazu führt, dass in irgendeinem TV in Hördistanz das Tor fällt, bevor der Ball im eigenen Bildschirm ins Tor kullert.

Tore müssen akustisch und visuell übereinstimmend fallen. Nichts verdirbt ein Fussballspiel mehr, als wenn von nebenan Jubelschreie erklingen, obwohl der Stürmer im TV vor einem gerade erst zum Vollspann-Hammer ansetzt.

Das ist wie ein vorzeitiger Samenerguss. Und der reguliert sich auch nicht von selber.

Hanspeter Baertschi

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