Bluttat von Salez
Diese Amoktat hinterlässt Spuren

Theodor Eckert
Theodor Eckert
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Hier in Salez SG kam es am Samstag zur Attacke. Der Täter und eines der Opfer starben inzwischen.

Hier in Salez SG kam es am Samstag zur Attacke. Der Täter und eines der Opfer starben inzwischen.

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Horror: Ein Irrer attackiert in einem Ostschweizer Regionalzug unvermittelt Passagiere mit einem Messer und zündet sie an. Tragisch: Gestern Sonntag ist eine jüngere Frau ihren schweren Verletzungen erlegen. Aufwühlend: Was hat den inzwischen ebenfalls verstorbenen 27-jährigen Täter bloss zu einer solchen Wahnsinnstat getrieben? Wäre sie womöglich zu verhindern gewesen? Auch wenn ein terroristischer Hintergrund schnell einmal ausgeschlossen wurde, bleibt die beängstigende Erkenntnis: Nicht bloss in europäischen Hotspots, sondern selbst in der beschaulichen Schweiz muss im öffentlichen Raum jederzeit mit Angriffen auf Leib und Leben gerechnet werden. Auch im Heidi-Land haben sich die Zeiten geändert. So gesehen spielt es bezüglich des subjektiven Sicherheitsgefühls letztlich keine Rolle, ob ein religiöser Fanatiker zum Terroristen wird oder ein geistig Verwirrter als Nachahmungstäter für Angst, Schrecken und Tod sorgt.

Nicht zuletzt in Zügen hat bei Reisenden das Unbehagen während Fahrten namentlich in Randzeiten zugenommen. Betroffen sind längst nicht nur Frauen und ältere Menschen. Auch gestandenen Mannsbildern stehen die Nackenhaare auf, wenn alkoholisierte «Aggros» in Gruppen durch die Gänge pöbeln. Nicht immer bleibt es bei Sachschäden.

Der brutale Angriff in der Südostbahn stellt nun eine weitere, gravierende Eskalationsstufe dar. Keine Frage, er ist ein Einzelfall. Panik wäre jetzt fehl am Platz. Zu einfach macht es sich jedoch, wer glaubt, die Fahrgäste im öffentlichen Verkehr sich völlig selbst überlassen zu können. Dies im Wissen, dass immer ein Restrisiko bleibt, allen noch so aufwendigen Sicherheitsbemühungen zum Trotz.

theodor.eckert@azmedien.ch

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