Kommentar
Coronakrise verdrängt Klima nicht – das half der SP nicht und zwingt die SVP zu neuen Antworten

Der Wahlsonntag bringt drei Erkenntnisse: Der Absturz der SVP ist ausgeblieben. Die grüne Welle lässt sich von der Coronakrise nicht stoppen. Die Tür zum Regierungsrat bleibt für Frauen zu. Wie kam es dazu?

Rolf Cavalli
Rolf Cavalli
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Corona bestimmte das Verhalten der Politiker am Wahlsonntag, an der Urne war aber das Klima-Thema matchentscheidend.

Corona bestimmte das Verhalten der Politiker am Wahlsonntag, an der Urne war aber das Klima-Thema matchentscheidend.

Simone Morger

Die Frauenfrage: Das Stimmvolk will kaum partout eine rein männliche Regierung, aber es nimmt bei einer Personenwahl das Geschlecht nicht als allein entscheidendes Kriterium. Christiane Guyer hätte zwar auch das Zeug für den Regierungsrat, hat sich im Wahlkampf aber zu wenig aufgedrängt. Dieter Egli überzeugte mehr, Mann hin oder her. Die SP kann froh sein, dass die Wählenden nicht aus Prinzip eine Frau bevorzugt haben, so wie es die Linken selber sonst gerne einfordern.

Die grüne Welle: Dafür musste die SP im Parlament zu Gunsten der Grünen Federn lassen. Die Genossen können ihre Umweltpolitik noch so herausstreichen: Im Zweifelsfall wählt man das Original. Noch mehr den Nerv der Zeit treffen die Grünliberalen: ökologisch handeln, aber nicht auf Kosten der Wirtschaft. Gerade in der Coronakrise kommt das besonders gut an.

Die SVP-Verluste: Die wählerstärkste Partei hat die psychologisch wichtige Hürde von 30 Prozent gerade nochmals geschafft und kommt mit einem blauen Auge davon. Um den Abwärtstrend zu stoppen, muss die SVP aber wieder vermehrt Lösungen zu Themen anbieten, die auch Wechselwählern unter den Nägeln brennen. Die pauschale und saloppe Ablehnung aller Coronamassnahmen wird es kaum sein.

Schauen Sie auch: Der ausführliche Kommentar von AZ-Chefredaktor Rolf Cavalli im Video:

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