Kommentar
Streit bei «Mass-Voll» und «Freunden der Verfassung» – bei den Massnahmengegnern ist die Luft draussen

Nach dem deutlichen Ja der Stimmbevölkerung zum Covid-Gesetz zeigen sich im Lager der Gegner Risse. Das klare direktdemokratische Verdikt hat der Bewegung geschadet. Die überdimensionierten Egos vieler ihrer prominenten Köpfe verstärken die Spaltung.

Christoph Bernet
Christoph Bernet
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Unterdessen getrennt: Das damalige Co-Präsidium von «Mass-Voll», Nicolas A. Rimoldi und Viola Rossi bei einer Demo.

Unterdessen getrennt: Das damalige Co-Präsidium von «Mass-Voll», Nicolas A. Rimoldi und Viola Rossi bei einer Demo.

Roland Schmid / BLZ

Die «Freunde der Verfassung» tauchten quasi aus dem Nichts auf und wurden im Nu zu einer ernst zu nehmenden politischen Kraft. Sie brachten Referenden zustande und hatten grosse finanzielle Mittel für Abstimmungskampagnen. Bei der Abstimmung zum Covid-Gesetz vom 28. November waren sie eine der wichtigsten Gruppierungen im Nein-Lager.

Jetzt ist innerhalb der Führung ein wüster Streit entbrannt. Der frühere Mediensprecher Michael Bubendorf wirft seinen Vorstandskollegen vor, ihn kaltgestellt zu haben. Diese halten Bubendorfs öffentliche Auftritte für nicht mit dem Leitbild der Gruppe vereinbar. Bubendorf zweifelte daran, ob die Demokratie «der Wahrheit letzter Schluss» sei. Die «Verfassungsfreunde» hingegen wollten «die Rechtsstaatlichkeit stärken», so die anderen Vorstandsmitglieder.

Auch bei «Mass-Voll» hängt der Haussegen schief. Eine Gruppe von Mitgliedern um Ex-Co-Präsidentin Viola Rossi hat sich von Co-Präsident Nicolas A. Rimoldi getrennt und mit «Taraxxa» einen eigenen Verein gegründet.

Die Vorgänge zeigen: Das deutliche Ja zum Covid-Gesetz bei rekordhoher Stimmbeteiligung hat den Massnahmengegnern den Wind aus den Segeln genommen. Nach dem direktdemokratischen Verdikt ist die Bewegung in der Schweiz geschwächt - im Gegensatz zu Deutschland oder Österreich, wo Massnahmengegner in Rekordzahl demonstrieren gehen. Hierzulande hat das Bild einer vom Volk getragenen Bewegung Risse bekommen. Dass viele ihrer prominenten Köpfe ein ungesund grosses Ego haben, trägt zur Spaltung jener bei, die bis vor kurzem noch selber die «Spaltung der Gesellschaft» anprangerten.

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