Kommentar
Mit Süssigkeiten umgehen lernen, ist Teil der Erziehung

Schleckwaren in Kassennähe sind ein Übel, meint der Bundesrat. Kinder müssten von klein an, davor bewahrt werden.

Jürg Ackermann
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«Darf ich etwas Süsses? Wir hatten schon lange nichts mehr!» Eltern kennen diese Diskussionen, wenn sie mit Kindern einkaufen gehen und vor der Kasse auf prall gefüllte Regale mit Schokoriegeln und Bonbons blicken. Der Bund will diesen Eltern nun helfen. Indem er Supermärkten rät, die verführerischen Produkte von exponierten Orten zu verbannen.

Natürlich kann man sich fragen, ob es Aufgabe der Behörden ist, den Grossverteilern Empfehlungen zu geben, wo sie welche Produkte platzieren sollen. Doch das ist gar nicht der entscheidende Punkt. Was gut gemeint ist, bringt auch so niemandem etwas.

Auch nicht den Eltern, die irgendwann festlegen müssen, wie oft ihre kleinen Kinder Süssigkeiten essen dürfen. Ähnlich verhält es sich mit der Bildschirmzeit. Auch hier liegen die Versuchungen (Fernseher, Handys) oft nahe. Und auch hier ist es wichtig, sich damit auseinanderzusetzen, Limiten zu setzen. Die Kinder lernen dabei, dass sie nicht alles sofort haben können, auch wenn es verfügbar scheint.

Denn wer uferlos Zeit vor dem Bildschirm verbringt, schneidet in Tests oft schlechter ab. Wer zu viele Süssigkeiten isst, hat gesundheitliche Nachteile. Kinder, die nie lernen, sich zu beschränken, schaffen das später auch als Erwachsene kaum.

Die familieninternen Diskussionen darüber sind kräftezehrend, zuweilen mühsam, aber ein wichtiger Teil der Erziehung, den einem als Eltern niemand abnehmen kann. Egal ob die Gummibärchen nun bei der Kasse oder hinten im Supermarkt liegen.

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