Kommentar
Steigende Hypozinsen: Disziplin statt Panik ist angesagt

In den vergangenen Wochen sind die Hypothekarzinsen in Bewegung geraten. Und zwar aus Sicht der Immobilienkäufer und Häuserbesitzerinnen in die falsche Richtung – nach oben. Zum Bankberater rennen, sollten sie dennoch nicht.

Roman Schenkel
Roman Schenkel
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Eigenheimbesitzer müssen künftig mit steigenden Zinsen rechnen.

Eigenheimbesitzer müssen künftig mit steigenden Zinsen rechnen.

Benjamin Manser

In den vergangenen zwei Jahren waren Hypotheken so günstig zu haben wie nie. Weniger als ein Prozent musste man für einen Kredit auf eine Immobilie hinblättern. Seit dem Rekordtief im August 2019 haben sich die Hypozinsen leicht, aber stetig verteuert. Derzeit bezahlt man für eine kürzere Festhypothek gut 1 Prozent Zins, das zeigt eine neue Studie.

Und die Zinsen dürften künftig eher weiter steigen als sinken. Die von der amerikanischen Zentralbank angestossene Zinswende wird sich auch in Europa und der Schweiz bemerkbar machen. Wobei eher später als früher und eher flach als steil: Hypothekarzinsen in der Schweiz sind relativ träge. Zudem tummeln sich auf dem hiesigen Markt immer mehr neue Anbieter, die mit ihren attraktiven Angeboten sicherstellen, dass auch die etablierten Player es sich nicht leisten können, die Hypotheken ruckzuck anzuheben.

Soll man nun sofort zum Bankberater rennen und die Hypothek refinanzieren, solange die Sätze noch günstig sind? Das scheint keine gute Strategie zu sein: Niemand kann voraussagen, ob die Zinsen in den nächsten Monaten nicht eben doch wieder fallen werden. Das richtige Timing für die günstigste Hypothek zu finden, gelingt in den seltensten Fällen.

Eine smarte Strategie für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer hingegen ist es, grundsätzlich mit einem höheren Zins zu rechnen. Und die Differenz zum aktuellen Zinssatz beiseite zu legen oder in die Amortisation der Hypothek zu stecken. Das braucht zwar Disziplin, geht in der Regel aber immer auf.

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