Kommentar
Das Parlament gibt grünes Licht für die Gratistests: Ein fatal falsches Zeichen

Das Parlament hat am Mittwoch beschlossen, dass Antigen-Schnelltests wieder gratis werden. Ungeimpfte können damit ein Zertifikat erhalten, um einen 3G-Einlass in Clubs und Restaurants zu bekommen.

Bruno Knellwolf
Bruno Knellwolf
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Die Coronatests sind bald wieder gratis.

Die Coronatests sind bald wieder gratis.

Keystone

Hat der Bund bereits aufgegeben im Kampf um eine bessere Impfquote? 12'598 Neuinfektionen meldet das BAG, ein Allzeithoch seit Pandemiebeginn. Zwar müssen wegen der Impfungen im Verhältnis noch deutlich weniger der Infizierten ins Spital als früher, aber bereits über 20 Spitäler melden eine volle Intensivstation. Der Anteil der nicht-Immunisierten Bevölkerung ist noch deutlich zu hoch, die Hospitalisationen werden sich nun alle drei Wochen verdoppeln.

Zwar lassen sich jede Woche etwa 52'000 Menschen in der Schweiz impfen. Die allermeisten, die heute vor einem Impfzentrum stehen, warten dort aber auf eine Auffrischimpfung. So bleiben wir bei den über 12-jährigen bei 75 Prozent an Geimpften stehen, was im Vergleich zu Ländern, die Corona entspannter entgegen sehen, deutlich zu wenig ist.

Doch genau in dieser heiklen Phase macht das Parlament die Antigen-Schnelltests wieder gratis. Ein fatales Zeichen in die falsche Richtung. Denn wer kennt niemanden, der sich nicht aus Solidarität oder Einsicht impfen lassen hat, sondern nur, weil ihm die Tests mit der Zeit zu teuer wurden? Jetzt wird mit Gratistests belohnt, wer ungeimpft mit diesem Geld lieber einen Drink an der Clubbar bezahlt. Das kostet den Steuerzahler jede Woche gegen 60 Millionen Franken. Getestete erhalten ein Zertifikat und zeigen damit nur, dass sie vielleicht ein paar Stunden nicht infektiös sind. Das hilft wenig im Kampf gegen die Pandemie.

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