Kommentar
Diese AHV-Reform sollte gelingen

Weshalb Frauen deutlich mehr von einem höheren Rentenalter profitieren als die Männer. Und was das wirkliche Problem der Rentensituation der Frauen ist.

Anna Wanner
Anna Wanner
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Die Pensionierung kommt verspätet: Frauen müssen ab 2025 länger arbeiten.

Die Pensionierung kommt verspätet: Frauen müssen ab 2025 länger arbeiten.

Christof Schürpf/Keystone

Die Gewerkschaften toben: «Skandalöse Rentenlücken» und einen «inakzeptablen Rentenabbau auf Kosten der Frauen» reklamieren sie. Die AHV-Reform sei «missglückt». Das Referendum kommt, eine Volksabstimmung ist so gut wie sicher.

Verwundert reibt man sich die Augen und fragt: Wie grosszügig muss eine Reform denn sein, um die Gunst der Linken zu gewinnen? Ja, die Frauen werden bald erst mit 65 in Rente gehen. Sie arbeiten deswegen aber nicht länger oder mehr als die Männer. Die Erzählung, die Frauen müssten sich für die AHV aufopfern, stimmt auch aus einem anderen Grund nicht: Sie profitieren deutlich stärker von der Umverteilung in der Altersvorsorge als die Männer. Sie zahlen weniger in die AHV ein, erhalten im Verhältnis dazu aber mehr.

Darüber hinaus hat das Parlament für die ersten neun Jahrgänge, die länger arbeiten müssen, grosszügige Entschädigungen vorbereitet: Frauen, die wie bisher mit 64 in Pension gehen, erfahren keine Nachteile. Und wer länger arbeitet, erhält einen Rentenzuschlag von bis zu 1920 Franken jedes Jahr. Die Gewerkschaften monieren, das Parlament verschliesse die Augen vor der Rentensituation der Frauen: Die Hälfte von ihnen müsse mit weniger als 1770 Franken AHV-Rente pro Monat auskommen. Gleichzeitig wollen die Gewerkschaften den Rentenzuschlag von bis zu 160 Franken pro Monat ausschlagen. Das geht nicht auf. Und das ist auch den betroffenen Frauen nur schwer zu erklären.

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