Café Fédéral
Ein hartes Pflaster, diese Berichte aus Bern

Das verklausulierte Beamtendeutsch in Bundesbern ist landläufig bekannt. Dass es selbst bei handfesten Themen wie dem Splitt für den Bau von Strassen auftaucht, löst bei unserer Autorin Verwunderung aus.

Maja Briner
Maja Briner
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Für den Bau von Strassen wird Hartsplitt verwendet.

Für den Bau von Strassen wird Hartsplitt verwendet.

Bild: Chris Iseli

Sie sind zuweilen harte Kost, die dicken Berichte aus Bundesbern. Manchmal geht es auf mehreren Seiten um juristische Finessen und technische Details, dass es einem schwindlig zu werden droht. Umso erfreulicher daher, wenn sich ein Bericht ausnahmsweise um etwas ganz Handfestes dreht. Zum Beispiel um Hartsplitt für den Bau von Strassen und Gleisschotter. Und um die Frage: Hat die Schweiz genug davon?

Wobei das, wir entschuldigen uns, natürlich stark vereinfacht ausgedrückt ist. Denn auch ein vermeintlich handfestes Thema hat selbstverständlich seine Komplexität. Und diese muss sich in der Sprache widerspiegeln – so geben es die ungeschriebenen Regeln in Bundesbern vor. Wo kämen wir denn hin, wenn das so banal klänge!

72 Seiten über Strassenbeläge und Gleisschotter

Der kürzlich publizierte 72-seitige «Rohstoffsicherungsbericht» mit dem schönen Titel «Hartstein – Bedarf und Versorgungssituation in der Schweiz» macht daher, wie es im Beamtendeutsch korrekt heisst, eine «Abschätzung über den kurz- bis mittelfristigen Bedarf in einem nationalen Kontext».

Das Fazit des Berichts wird von den Behörden so zusammengefasst: «Die Prognose zur Entwicklung der Hartsteinversorgung weist auf einen möglichen Rückgang der inländischen Produktion ab 2023 hin, wenn die in den kantonalen Richtplänen festgesetzten Abbauerweiterungsprojekte nicht rechtzeitig bewilligt werden.» Alles klar? Man könnte nun sagen, Politik sei eben ein hartes Pflaster. Aber das wäre dann doch ein Kalauer zu viel des Guten.

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