Zürich
Regierungsrat bestätigt Nachfolge von Hans-Ueli Vogt: Benjamin Fischer (SVP) zieht in den Nationalrat ein

Die siebenköpfige Regierung des Kantons Zürich hat den Präsidenten der Zürcher SVP als Nationalrat als gewählt erklärt. Der 30-Jährige ersetzt den bisherigen Stadtzürcher SVP-Nationalrat Hans-Ueli Vogt, der vorzeitig aus der grossen Kammer zurücktritt.

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Politisiert, seit er 16 Jahre alt ist: Benjamin Fischer am Abstimmungspodium im Gemeindesaal Oberengstringen am 31. August 2020.

Politisiert, seit er 16 Jahre alt ist: Benjamin Fischer am Abstimmungspodium im Gemeindesaal Oberengstringen am 31. August 2020.

Sandra Ardizzone

Die Nachfolge des Stadtzürcher SVP-Nationalrates Hans-Ueli Vogt ist besiegelt: Der Zürcher Regierungsrat hat den Präsidenten der SVP Zürich, Benjamin Fischer, als gewählt erklärt. Dies schrieb der Regierungsrat am Freitag in einer Medienmitteilung. Der 30-jährige Kantonsrat ersetzt den 52-jährigen Vogt, der auf 31. Dezember 2021 aus persönlichen Gründen vorzeitig aus dem Nationalrat zurücktritt.

Fischer war bei den letzten Nationalratswahlen auf dem ersten Ersatzplatz gelandet und somit als Nachfolger gesetzt.

«Ich möchte ein würdiger Nachfolger sein»,

sagte Fischer Ende November gegenüber der Pendlerzeitung «20 Minuten». Eigentlich dürfte er trotz Nationalratsmandat auch weiterhin im Kantonsrat bleiben. «Aus zeitlichen Gründen» wolle er aber vor Amtsantritt aus dem Kantonsrat austreten, wo er seit Mai 2015 politisiert. Für Fischer im Kantonsrat nachrücken wird sein Parteikollege, der Dübendorfer Gemeinderat Patrick Walder.

Mit 23 Jahren wurde er Kantonsrat

Eines seiner wichtigsten Anliegen als Nationalrat werde die Sicherheitspolitik sein, erklärte Fischer, der im Kantonsrat das Präsidium der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit innehat. Gegenüber der Zeitung meinte er:

«Eine Pandemie und ein Blackout sind die grössten Gefahren unserer Zeit.»

Die Pandemie habe gezeigt, wie unvorbereitet die Schweiz sei, so Fischer. Deshalb müsse unbedingt die Energieversorgung sichergestellt sein. «Ein massives Blackout öffnet Tür und Tor für Cyber- und Terrorangriffe!»

Der Bauernsohn hat bisher eine steile Karriere in der Politik hingelegt. Im Alter von 16 Jahren trat er der Jungen SVP bei, mit 21 wurde er Präsident der SVP Volketswil und Aktuar der SVP Bezirk Uster. 2015 schaffte es Fischer im zweiten Anlauf mit 23 Jahren als jüngstes Mitglied in den Zürcher Kantonsrat. Von 2016 bis 2020 amtete er als Präsident der Jungen SVP, seit 2020 ist der studierte Betriebsökonom Präsident der SVP Kanton Zürich.

Er ist für die Legalisierung von Cannabis

Fischer positioniert sich in vielen Themen wie etwa der Aussen-, Sicherheits- und Ausländerpolitik klar auf SVP-Linie. Bei gesellschaftspolitischen Themen driftet er zuweilen ab: So sprach er sich etwa für die Legalisierung von Cannabis oder das Adoptionsrecht für Schwule aus. Er begründete: «Ich stehe hinter der traditionellen Familie. Aber man muss auch anerkennen, dass die gesellschaftliche Realität heute eine andere ist als noch vor 50 Jahren.»

Neben der Politik arbeitete der Oberleutnant bis zu seinem kürzlich absolvierten Masterstudium als Projektmanager in einem Industriebetrieb. Derzeit sei er auf Stellensuche. «Die Politik muss miliztauglich bleiben», betonte er gegenüber dem «Glattaler». Fischer ist wohnhaft in Volketswil, verheiratet und Vater eines zweijährigen Sohnes. (sho)