Zürich
Nun wehrt sich der Heimatschutz dagegen, dass die alten «Mohren»-Inschriften abgedeckt werden

Die Stadt Zürich will die Gebäude-Inschriften «Zum Mohrenkopf» und «Zum Mohrentanz» im Niederdorf abdecken lassen, weil diese rassistisch seien. Dagegen wehrt sich nun der Heimatschutz. Die Abdeckungen würden die Gebäude möglicherweise beschädigen.

SDA
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Über dem Eingang dieses Hauses an der Niederdorfstrasse 29 in Zürich steht die Inschrift «Zum Mohrentanz». Ein historischer Name für die einen, Rassismus für die anderen.

Über dem Eingang dieses Hauses an der Niederdorfstrasse 29 in Zürich steht die Inschrift «Zum Mohrentanz». Ein historischer Name für die einen, Rassismus für die anderen.

Keystone

Auch für den Heimatschutz sei Rassismus nicht zu tolerieren, betonte dieser in seinem Rekurs, der am Dienstag publiziert wurde. Die Stadt Zürich habe bei ihrem Entscheid, die Inschriften abdecken zu lassen, den historischen Kontext nicht einmal ansatzweise geprüft.

Die Namen der beiden Häuser würden an die frühen Beziehungen zwischen Zürcher Kaufleuten und Mauren erinnern, also zu Kulturen in Nordafrika und im Nahen Osten. Sie würden nicht im Entferntesten zum Hass gegenüber Minderheiten oder Fremden aufrufen.

Auch dies ist ein Corpus delicti in dieser Diskussion: Über dem Eingang des Hauses am Neumarkt 13 in Zürich steht die Inschrift «Zum Mohrenkopf».

Auch dies ist ein Corpus delicti in dieser Diskussion: Über dem Eingang des Hauses am Neumarkt 13 in Zürich steht die Inschrift «Zum Mohrenkopf».

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Zudem seien die geplanten Abdeckungen keineswegs reversibel, wie der Stadtrat behauptet habe, schreibt der Heimatschutz weiter. Die Schriftzüge mit einer Steinplatte abzudecken oder mit Japan- oder synthetischem Faserpapier zu überstreichen, könne nicht die Lösung sein.

So eine Abdeckung müsste möglichst dicht angebracht werden, was wiederum bedeute, dass sie später nicht ohne Weiteres entfernt werden könne und das Gebäude möglicherweise beschädigt werde.

Der Heimatschutz fordert in seinem Rekurs deshalb, eine erklärende Schrifttafel anzubringen. So lasse sich der Namen der Häuser in ihren historischen und problematischen Kontext stellen. Entscheiden wird nun das kantonale Baurekursgericht.

Auch die Aargauer Dubler-Mohrenköpfe stehen immer mal wieder in der Kritik, weil ihr Namen aus der Sicht von manchen nicht politisch korrekt ist. Eine süsse Versuchung sind sie so oder so.

Auch die Aargauer Dubler-Mohrenköpfe stehen immer mal wieder in der Kritik, weil ihr Namen aus der Sicht von manchen nicht politisch korrekt ist. Eine süsse Versuchung sind sie so oder so.

Keystone