Zürich
Mit Überwachungs-Videokameras am Utoquai vier Täter überführt

Die am Utoquai und in der Umgebung des Stadelhoferplatzes installierten Überwachungskameras sollen vorerst bleiben. Sie helfen, strafbare Handlungen aufzuklären, hält Stadtpolizeikommandant Daniel Blumer in einem Interview fest.

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«Am Utoquai und am Stadelhofen gibt es immer wieder Grosseinsätze.»

«Am Utoquai und am Stadelhofen gibt es immer wieder Grosseinsätze.»

Archivbild: Matthias Scharrer/Limmattaler Zeitung

«In vier Fällen konnten wir Täter erfolgreich überführen», sagte Blumer der «NZZ». Vier weitere Verfahren seien noch am Laufen.

Seit 5. März werden unter anderem das Utoquai im Bereich Pumpstation mit 13 Kameras und der Stadelhoferplatz mit 3 Kameras zeitweise überwacht. Die Kameras stehen in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag jeweils von 21 bis 5 Uhr in Betrieb, wie die Stadt Zürich auf ihrer Website informiert.

Diese präventive Videoüberwachung ist eine Folge mehrerer Auseinandersetzungen im öffentlichen Raum. Ruhig geworden ist es deswegen aber nicht: «Am Utoquai und am Stadelhofen gibt es immer wieder Grosseinsätze», sagte Blumer.

Er bezeichnet die Lage als «zurzeit schon sehr herausfordernd». Zuweilen hätten sich dort am Abend bis zu 8000 Leute getroffen, und dies «ohne Ziel und mit Alkohol». Das verursache Konflikte. Die dauernde Konfrontation in diesem Gebiet nage an seinen Leuten.

Blumer hofft, dass sich das Nachtleben mit der schrittweisen Öffnung der Restaurants nun wieder stärker in den Raum Langstrasse verlagern wird. Dort würden sich die Leute besser verteilen.

Ablenkungsschläge nur noch im Notfall

Die Stadtpolizei Zürich war im März in die Schlagzeilen geraten, nachdem ein Polizist an einer Frauen-Demo eine Teilnehmerin auf den Kopf geschlagen hatte. Personalrechtliche Konsequenzen habe der Fall nicht, sagte Blumer der «NZZ» im Weiteren.

Denn der Polizist habe die landesweit geltenden Instruktionen eingehalten: Die Frau habe ihn in seinen Finger gebissen - bei derartigen physischen Angriff seien sogenannte Ablenkungsschläge erlaubt. Diese Praxis hat die Stadtpolizei nun aber dennoch angepasst; Ablenkungsschläge gegen den Kopf sind ab sofort nur noch in Notwehrsituationen erlaubt. (sda)

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