Zürich/Limmattal
12 Gewinner, 27 Verlierer: Das sind die Steuerfüsse aller Zürcher Gemeinden

Sind das doch die Auswirkungen der Coronapandemie? 27 Gemeinden im Kanton Zürich heben ihre Steuern an. Im letzten Jahr waren es nur deren 15. Immerhin gibt es auch zwölf Gemeinden, welche reduzierten (2021: 9). Das sind die aktuellen Steuerfüsse.

Reto Fehr / watson.ch
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Wer in Kilchberg anlegt, betritt die steuergünstigste Gemeinde des Kantons Zürich (72%). Am rechten und linken Seeufer lebt man allgemein steuergünstig. Andere Seegemeinden wie Küsnacht, Rüschlikon und Winkel können ihren Platz unter den Top 10 halten.

Wer in Kilchberg anlegt, betritt die steuergünstigste Gemeinde des Kantons Zürich (72%). Am rechten und linken Seeufer lebt man allgemein steuergünstig. Andere Seegemeinden wie Küsnacht, Rüschlikon und Winkel können ihren Platz unter den Top 10 halten.

Keystone

Das Corona-Jahr 2020 brachte die Budgetplanungen der Gemeinden durcheinander. So verzichteten einige der 162 Zürcher Gemeinden sogar auf die gewohnte Gemeindeversammlung im November/Dezember. 2021 ist alles wieder normaler. Alle Steuerfüsse im Kanton sind fix.

Notbudgets braucht es also keine mehr. Letztes Jahr war dies noch da und dort für einige Wochen nötig. Von den 162 Gemeinden verzeichneten 39 eine Steuerfussänderung. Meist geht es da um einen oder zwei Prozentpunkte. Eigentlich nicht so dramatisch, wenn ein Steuerfuss-Prozentpunkt des statistischen Durchschnittsverdieners nur rund 33 Franken ausmacht.

Aber schauen wir uns die Veränderungen der Steuerfüsse im Kanton Zürich an:

Gemeindesteuern ohne Kirchensteuern.

In 12 Gemeinden wurde der Steuerfuss gesenkt (blau), im letzten Jahr waren es noch deren 15. Erhöht wurde der Steuerfuss dagegen in 27 Gemeinden (2021: 15). Wobei einzig Dietlikon zweimal in Serie erhöhte. Bei den restlichen Gemeinden blieb der Steuerfuss gleich. Auffallend: Bei denjenigen, welche erhöhten, wurde auch hier und dort die Coronapandemie als Grund dafür genannt.

Die Einwohner von Dietlikon mussten in diesem Jahr eine Steuerfuss-Erhöhung von 4 Prozentpunkten hinnehmen, im letzten Jahr waren es auch schon deren 6 Prozentpunkte.

Die Einwohner von Dietlikon mussten in diesem Jahr eine Steuerfuss-Erhöhung von 4 Prozentpunkten hinnehmen, im letzten Jahr waren es auch schon deren 6 Prozentpunkte.

Keystone

Mit Weisslingen erhöhte eine Zürcher Gemeinde den Steuerfuss um 10 Prozentpunkte. Trotz der saftigen Erhöhung verlief die Gemeindeversammlung ruhig und kurz. Vor einem Jahr wurde eine Zunahme von fünf Prozentpunkten noch abgelehnt. Warum jetzt die Wende? Der Gemeinderat hätte bei einer erneuten Ablehnung kein Budget mehr vorgelegt, der Kanton hätte dann die Gemeindefinanzen verwaltet.

Das wollten die Wisligerinnen und Wisliger dann doch nicht und stimmten den 116 Prozent zu. Gemäss unserer Beispielsrechnung oben zahlt der Durchschnittsverdiener jetzt also rund 330 Franken mehr Gemeindesteuern.

Gelegentliche Hochwasser, wie hier im Sommer 2021, bereiten Stäfa eher Sorgen als der Steuerfuss.

Gelegentliche Hochwasser, wie hier im Sommer 2021, bereiten Stäfa eher Sorgen als der Steuerfuss.

Keystone

Über die grösste Abnahme des Steuerfusses darf sich derweil Stäfa freuen. Acht Prozentpunkte ist im ganzen Kanton die grösste Senkung. Dahinter folgen Stammheim (5%), sowie Zumikon, Marthalen und Hüttikon mit einer Abnahme von je vier Prozentpunkten.

Gemeindesteuern ohne Kirchensteuer. Teilweise sind die Budgets noch nicht definitiv.

Stäfa (80%) rückt damit vom kantonalen Rang 19 auf Platz 8 der steuergünstigsten Gemeinden. Ganz vorne gibt es allerdings keine Veränderung. Am Steuergünstigsten lebt man im Kanton Zürich weiterhin in Kilchberg (72%).

Bei den anderen Gemeinden in den Top 10 gab es kleine Veränderungen. Nicht mehr dabei ist Meilen (Rang 12). Dank einer Reduzierung des Steuerfusses um 2 Prozentpunkte liegt Küsnacht jetzt zusammen mit Rüschlikon auf Rang 2. Weiterhin steuergünstig locken Winkel und Neerach (Rang 4), Herrliberg (6.), Erlenbach (6.), Uitikon (8.) und Zumikon (10.).

Am anderen Ende liegt neu Maschwanden (130%, Bezirk Affoltern) alleine auf dem letzten Rang. Die Gemeinde musste um einen Prozentpunkt rauf. Wila und Wildberg (je 129%) aus dem Zürcher Oberland sind «nur» noch zweitletzte.

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