Badekultur

Werdinsel: Die Perle der Zürcher Flussbadis bietet jetzt mehr Platz

Nach der Umgestaltung präsentiert sich das Werdinsel-Flussbad mit einer längeren Schwimmstrecke und mehr Liegeflächen.

Nach der Umgestaltung präsentiert sich das Werdinsel-Flussbad mit einer längeren Schwimmstrecke und mehr Liegeflächen.

Im Flussbad Au-Höngg auf der Zürcher Werdinsel gibts jetzt mehr Platz. Das gefällt den Gästen, zumal Abstand halten infolge der Coronapandemie angesagt bleibt.

Ruedi Lambert ist gerade aus dem Limmatkanal bei der Werdinsel an Land gestiegen. Den verlängerten Schwimmabschnitt des Kanals hat er zwar nicht ganz ausgenützt; dafür sei das Wasser noch zu kalt, meint der 71-Jährige. Dennoch ist er des Lobes voll über die erneuerte Flussbadi, zu deren Gästen er seit Jahrzehnten zähle. «Anfangs hatte ich Bedenken wegen der lauschigen Büsche und Bäume, die verschwinden sollten. Ich konnte es mir nicht so recht vorstellen», sagt Lambert, während Wassertropfen über seine Brust rinnen. «Aber es ist schön geworden.»

Andrea Helfenstein, die mit einer Freundin auf der Wiese am Kanal liegt, bestätigt: «Es hat jetzt mehr Platz und sieht freier und offener aus. Und man kann länger schwimmen.»

Letzten Herbst war das Flussbad Au-Höngg, wie die Badi auf der Insel am Stadtrand offiziell heisst, noch eine Baustelle. 2,4 Millionen Franken hat die Stadt Zürich investiert, um die Werdinsel umzugestalten. Der Badekanal wurde von 90 auf 200 Meter verlängert. Einige Bäume  und Büsche mussten weichen, um mehr Platz für die Badegäste zu schaffen. Auch eine neue Liegewiese an der Limmat ausserhalb der Badi entstand im Zuge der Bauarbeiten. Mit den gestalterischen Massnahmen wollte die Stadt mehr Abstand zwischen den Besucherinnen und Besuchern der Insel ermöglichen. Dies sollte die Sicherheit erhöhen und helfen, Konflikte zu vermeiden, wie eine Sprecherin von Grün Stadt Zürich letzten Herbst gegenüber dieser Zeitung sagte. Von Abstand als Massnahme gegen das Coronavirus sprach damals noch niemand.

«Jetzt gibt es hier mehr Platz», freut sich Badegast Robert Morgenthaler. «Das wird aber auch wieder mehr Leute anziehen, wenn die Einschränkungen wegen Corona wegfallen.» Ab Freitag ist dies der Fall. 

Zustände wie in den beiden limmataufwärts gelegenen Letten-Flussbadis, wo sich die Körper auf den Liegeflächen dicht an dicht drängen, nennt Morgenthaler eine Katastrophe. Auch auf der Werdinsel seien in den letzten Jahren während der warmen Jahreszeit oft zu viele Leute gewesen. Er komme daher am liebsten vormittags auf die Insel. Dann ist noch nicht so viel los. Gestern Nachmittag gab es im Flussbad Au-Höngg trotz der wegen Corona vorübergehend reduzierten Kapazität bei bestem Badewetter noch rund 250 freie Plätze, wie das Stadtzürcher Sportamt auf seiner Website meldete. Derweil waren die anderen Stadtzürcher Flussbäder voll.

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