Volksfeste
Zürcher Regierungsrat will sich beim Züri Fäscht nicht einmischen

Der Zürcher Regierungsrat will sich aus den Diskussionen um das Züri Fäscht heraushalten: Es sei ausschliesslich Aufgabe der Stadt Zürich und des Züri-Fäscht-Vereins, über Flugshows und Feuerwerke zu entscheiden. SVP und FDP finden das falsch.

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Der Regierungsrat will zwar seinen Beitrag zum Züri Fäscht leisten, aber nicht mitbestimmen: Er wird sich bei den Diskussionen um Flugshows und Feuerwerke nicht einmischen.

Der Regierungsrat will zwar seinen Beitrag zum Züri Fäscht leisten, aber nicht mitbestimmen: Er wird sich bei den Diskussionen um Flugshows und Feuerwerke nicht einmischen.

Ennio Leanza / KEYSTONE (6. Juli 2019)

«Die Einflussmöglichkeiten des Kantons sind beschränkt», sagte Regierungspräsident Ernst Stocker (SVP) am Montag im Kantonsrat. Der Regierungsrat könne auf Beschlüsse und Beratungen des Stadtrates und des Gemeinderates keinen Einfluss nehmen.

Der Kanton beschränkt sich darauf, 600’000 Franken aus dem gemeinnützigen Fonds, früher Lotteriefonds genannt, an das Fest beizusteuern. Ob Flugshows und Feuerwerke stattfinden, sei Sache der Stadt Zürich und des Züri-Fäscht-Vereins, sagte Stocker.

Für die Bürgerlichen ist diese Zurückhaltung falsch. SVP und FDP wünschten sich, dass sich der Regierungsrat einmischt und die Flugshows doch noch bewilligt. Auch das geplante Verbot der Feuerwerke soll ihrer Ansicht nach gestrichen werden.

Linke: «Das Züri Fäscht ist Sache der Stadt»

«Es geht um den Gesamtrahmen dieses Festes», begründete Marc Bourgeois (FDP, Zürich) die dringliche Interpellation, die er zusammen mit der SVP einreichte. «Der nächste Schritt wird sein, dass wir uns an diesem Fest vegan zu ernähren haben.» Irgendwann werde dann der Stromverbrauch für den Chilbi-Betrieb zum Thema.

SVP-Kantonsrat Valentin Landmann (Zürich) kritisierte, dass das Züri Fäscht von Links-Grün zu einem politischen Statement umfunktioniert werde, obwohl die Umweltbelastung vernachlässigbar sei.

Für die linke Ratsseite war am Montag hingegen klar, dass der Kanton der falsche Ansprechpartner für das Thema ist. Das Züri Fäscht sei eindeutig Sache der Stadt. Und diese habe das gute Recht, Bedingungen an den organisierenden Verein zu stellen.

Gemeinderat streicht Flugshows

Der Zürcher Gemeinderat hatte vergangene Woche entschieden, dass am Züri Fäscht künftig keine Flugshows mehr stattfinden dürfen. Ein Zeichen setzte der Gemeinderat auch bei den Feuerwerken: Diese werden zwar nicht per sofort verboten. Der Stadtrat soll aber prüfen, wie sich die Raketen durch umweltfreundliche Alternativen ersetzen lassen, etwa durch Drohnen-Shows.

Sollte das Feuerwerk ebenfalls abgesagt werden, müssen sich die Züri-Fäscht-Veranstalter wohl ein neues Logo ausdenken. Das heutige Logo zeigt einen Löwen, dessen Mähne aus einem Feuerwerk besteht. Das Züri Fäscht findet im Juli 2023 statt. Erwartet werden rund 2,5 Millionen Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Schweiz. (sda)