Zürich

Openair-Kinos trotzen der Coronakrise – neu wird auch das Dolder-Bad zum Kino

Im Wellenbad Dolder lässt sich bald grosses Kino im Liegestuhl geniessen.

Im Wellenbad Dolder lässt sich bald grosses Kino im Liegestuhl geniessen.

Während andere Zürcher Openair-Kinos wegen Corona ins Wasser fallen, entsteht auf dem Adlisberg ein neues.

Mitten in der Coronakrise fängt hoch über Zürich ein neues Openair-Kino an: Im Dolder-Wellenbad auf dem Adlisberg findet vom 27. Juli bis 16. August erstmals das Dolder Wellen Kino statt. Abend für Abend gibts in der Badi grosses Kino in sommerlichem Ambiente, mit Filmen wie «Before Sunrise», «Wolkenbruch», «Jurassic Park» und «Do the Right Thing», um nur einige Beispiele zu nennen.

Veranstalter ist die Filmproduktions- und -verleihfirma DCM Film Distribution. Die Idee sei von der Dolder-Gruppe gekommen, sagte ein DCM-Sprecher auf Anfrage. Die Gruppe betreibt auch das Grandhotel Dolder. Dieses sorgt an den Filmabenden mit einem Dreigangmenü im VIP-Zelt für kulinarische Erlebnisse. Wer weniger tief ins Portemonnaie greifen will, kann auch einen Picknick-Korb bestellen – oder einfach den Film gucken.

Die Filme lassen sich auf zur Verfügung gestellten Picknick-Decken, zu zweit im Strandkorb oder auf Liegestühlen geniessen, wie DCM in einer Medienmitteilung schreibt. Die Corona-Schutzvorgaben führen gleichsam Regie, was den Aufbau des neuen Openair-Kinos betrifft: «Auf der grossen Liegewiese können wir problemlos ausreichend Abstand gewähren», heisst es in der Mitteilung. Tickets sind ab 25 Franken erhältlich. Damit positioniert sich das Dolder Wellen Kino im oberen Preissegment der Openair-Kinos.

Drive-In-Kino auf dem Flugplatz statt Kino am See

Ebenfalls neue Wege geht der Openair-Kinoveranstalter Allianz Cinema. Dessen Kino am See, ein Klassiker unter den Zürcher Openair-Kinos, fällt wegen der Coronapandemie nach über 30 Jahren erstmals ins Wasser – wie übrigens auch der «Filmfluss» in der Badi Unterer Letten. Aufgrund der Corona-Schutzvorgaben liesse sich das Kino am See, das sonst pro Abend bis zu 1750 Leute ans Zürichhorn lockt, nicht wirtschaftlich durchführen, teilten die Veranstalter mit.

Stattdessen lassen sie nun auf dem Airforce Center des Flugplatzes Dübendorf ein Autokino einfahren, das auch für Fussgänger und Velofahrer eine kleine Anzahl Plätze bietet. Das Drive-In-Kino auf dem Flugplatz dauert noch bis zum  9. August. Es findet jeden Abend statt. Die Einfahrt ist ab anderthalb Stunden vor Filmbeginn offen, «damit genug Zeit bleibt für kontaktfreie und reibungslose Abläufe», wie die Veranstalter schreiben. Sie betreiben diesen Sommer schweizweit Drive-In-Kinos, im Grossraum Zürich auch in Wettingen und Zug.

Andere Zürcher Openairkino-Klassiker finden mehr oder weniger im gewohnten Rahmen statt: Das Xenix beim Kanzleizentrum im Stadtkreis 4 etwa, aber auch die Reihe «Film am See» der Roten Fabrik. Ebenso das gestern gestartete Freiluftkino «Bloom» im Gartenhof des Landesmuseums. Allerdings mussten die Openair-Kinos ihre Platzzahlen verringern, um den Corona-Abstandsregeln gerecht zu werden.

Zudem sind dieses Jahr generell Online-Reservationen empfohlen, zum Teil auch Pflicht. So haben die Kinobetreiber gleich die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher. Dies erleichtert das Contact Tracing, falls sich herausstellt, dass der eine oder die andere mit dem Coronavirus infiziert ist. Solange die Abstandsregeln eingehalten werden, sollte das Infektionsrisiko in Openair-Kinos, verglichen mit anderen Ausgangsorten, allerdings eher gering sein.

Doch wie stehts um die Nachfrage nach Openair-Kino in Coronazeiten? Noah Bohnert vom Xenix zeigt sich nach den ersten drei Vorstellungen zufrieden: «Wir hatten guten Zulauf, und die Leute hatten Freude.»  Auch die Aufnahme der Kontaktdaten habe gut funktioniert. Statt bis zu 500 Plätzen hat das Openair-Kino im Kreis 4 nun maximal 380 Plätze. «Wir sind noch nicht an der Kapazitätsgrenze, aber gut besucht», sagt Bohnert. Die Auslastung liege bei 50 bis 70 Prozent.

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