Zürich

Nach mysteriösem Todesfall auf Polizeiwache: Frau fordert Erklärung

Der Mann verstarb in einer Arrestzelle. (Symbolbild)

Der Mann verstarb in einer Arrestzelle. (Symbolbild)

Ende Mai starb ein 35-Jähriger in der Arrestzelle der Stadtpolizei Zürich. Die Polizisten hatten zuvor Pfefferspray eingesetzt. Nun fordert die Frau eine Erklärung, weshalb ihr Mann verstorben ist.

Ende Mai nahm die Zürcher Stadtpolizei einen 35-jährigen Schweizer in Gewahrsam und brachte ihn auf den Wachtposten in Wiedikon. Obwohl er körperlich gesund war, lag er wenige Stunden später tot in der Zelle. Auch einen Monat später liegt noch kein Obduktionsbericht vor.

"Bis heute hat mir niemand gesagt, was genau passiert ist", klagt die Ehefrau des Verstorbenen im "SonntagsBlick". "Das will ich endlich wissen." Sie selber hatte damals die Polizei gerufen. Ihr Mann litt an einem manischen Schub - sie hatte Angst, dass er sich selbst verletzt.

Mit den ausgerückten Polizisten kam es zu einer Auseinandersetzung, die Beamten setzten Pfefferspray ein. Hatte dies fatale Folgen? "Es gibt Berichte zu Todesfällen nach Pfefferspray", sagt Stefan Tönnes, Professor für Rechtsmedizin an der Universität Frankfurt (D), im "Sonntagsblick".

Möglich sind etwa fatale Wechselwirkungen mit Kokain. Oder mit Psychopharmaka, wie sie der Verstorbene aus Zürich wegen seines manischen Schubs eingenommen hatte. Die Staatsanwaltschaft bestreitet einen Zusammenhang, beruft sich dabei auf einen "Zwischenbericht".

Der Vorfall werde weiter untersucht - gegen die involvierten Beamten gibt es aber kein Strafverfahren. Die Frau des Verstorbenen fordert dennoch Konsequenzen: "Die Polizisten müssen besser geschult sein und genau wissen, was ein Pfefferspray auslösen kann. Wenn jemand Medikamente genommen hat, sollten sie ihn nicht anwenden." Zudem müsse bei jedem Einsatz sofort ein Arzt alarmiert werden, der im Notfall helfen könnte.

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