Schauspielhaus
Mit «Homo Faber» und «Frau Schmitz» kommen Schweizer Stücke auf die Bühne

Das Schauspielhaus Zürich präsentiert in der Saison 2016/17 eine Reihe von Schweizer Stücken: Auf die Pfauenbühne kommen der Frisch-Klassiker "Homo Faber" und die Bärfuss-Uraufführung "Frau Schmitz". In der Schiffbau-Box und der Pfauen-Kammer sind Stücke nach Romanen von Robert Walser und Markus Werner zu sehen.

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Lukas Bärfuss schriebt «Frau Schmitz» im Auftrag des Schauspielhauses (Archiv).

Lukas Bärfuss schriebt «Frau Schmitz» im Auftrag des Schauspielhauses (Archiv).

Keystone

Eröffnet wird die Spielzeit am 10. September in der Schiffbau-Halle mit Sophokles "Antigone" über "eine der grössten Heldinnen der Weltliteratur", wie Intendantin Barbara Frey am Mittwoch bei der Vorstellung des nächsten Spielplans sagte. Stefan Pucher inszeniert den von Günter Senkel und Feridun Zaimoglu bearbeiteten Stoff.

Zum Saisonstart am Pfauen gibt es eine Umsetzung von Lars von Triers Film "Dogville" für die Theaterbühne von Stephan Kimmig, eine moderne Passionsgeschichte und Parabel über Rache und Moral. Es folgt Max Frischs Klassiker "Homo Faber", der laut Barbara Frey "heute mindestens so virulet ist wie damals". Auf die Pfauenbühne kommt das Stück in der Regie von Bastian Kraft.

Bereits zum vierten Mal inszeniert Barbara Frey ein Stück, das Lukas Bärfuss im Auftrag des Zürcher Schauspielhauses schrieb. Das neuste Werk heisst "Frau Schmitz" und befindet sich laut Frey noch in der Entwicklung.

Spektakuläre Kafka-Inszenierung

Als "spektakuläre Inszenierung", die von den Darstellern einige Kletterkünste verlange, kündigte Frey "Die Verwandlung" an, einer Bühnenadaption einer Frank-Kafka-Erzählung durch den Isländer Gísli Örn Garðarsson.

Weiter werden drei Klassiker am Pfauen zu sehen sein: "Onkel Wanja" von Anton Tschechow (Regie Karin Henkel), "Die Wildente" von Henrik Ibsen (Regie: Alize Zandwijk) und "Herr Puntila und sein Knecht Matti" von Bertolt Brecht (Regie: Sebastian Baumgarten). Zudem inszeniert Alvis Hermanis "Madame de Sade" des japanischen Dichters Yukio Mishima.

Mit "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren" steht ein neues Familienstück mit Live-Musik der Band "Sterneföifi" auf dem Programm. Herbert Frisch bringt als Uraufführung das Märchen "Grimm" auf die Bühne.

René Pollesch, der für seine Theaterabende Theorie, Revue-Elemente und Slapstick verwebt, entwickelt fürs Schauspielhaus bereits seine siebte Arbeit. "High (du weisst wovon)" wird in der Schiffbauhalle uraufgeführt.

Dass Jacques Brel nicht nur ein Chansonnier war, sondern auch ein begnadeter Redner, zeigt Regisseur Werner Düggelin. Er stellte mit Brel-Texten einen Monolog für den Schauspieler André Jung zusammen, der in der Schiffbau-Box uraufgeführt wird.

Weitere Uraufführungen auf der selben Bühne gibt es mit der Produktion "In/Formation" des Spoken-Word-Autors Guy Krneta und Regisseurs Sebastian Nübling und "Die 120 Tage von Sodom" von Milo Rau. Barbara Frey wird den Roman "Jakob von Gunten" von Robert Walser auf die Bühne bringen.

In der Pfauen-Kammer stehen als Uraufführungen "Der thermale Widerstand" von Ferdinand Schmalz und "Das Gelübde" von Dominik Busch auf dem Spielplan. Zudem werden "Zündels Abgang" nach dem gleichnamigen Roman von Markus Werner und "Muttermale Fenster Blau" von Sascha Marianna Salzmann gezeigt.

Als internationale Gastspiele kommen vier Arbeiten aus Berlin, Lausanne, Graz und Riga nach Zürich. Das junge Schauspielhaus zeigt drei Neuinszenierungen, unter anderem mit "King A" eine Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule der Künste, die im Theater der Künste zu sehen sein wird.

Regelmässig Konzerte auf der Pfauenbühne

Dass sich die Pfauenbühne auch bestens für Konzerte eignet, hätten Auftritte von Stephan Eicher, Sophie Hunger und Element of Crime gezeigt, sagte Dramaturg Andreas Karlaganis. Neu werden fest vier Konzerte pro Saison programmiert "mit frischen Klängen von unkonventionellen Künstlern, die sich im Plüschtheater wohl fühlen". Den Anfang der Reihe "Pfauen:Sounds" macht Anoushka Shankar.

Das Schauspielhaus setzt auch die Zusammenarbeit mit dem Zürcher Kammerorchester fort. Vor dem Hintergrund der umfassenden Renovierung der Zürcher Tonhalle sei eine Konzertreihe mit renommierten Solisten im Pfauen geplant.

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