Datenschutz

Grundrechte faszinieren sie: Dominika Blonski ist die neue kantonale Datenschützerin

Dominika Blonski kann den Datenschutz im Kanton Zürich ab 2020 mit mehr Ressourcen vorantreiben als ihr Vorgänger.

Dominika Blonski kann den Datenschutz im Kanton Zürich ab 2020 mit mehr Ressourcen vorantreiben als ihr Vorgänger.

Dominika Blonski ist die neue Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich. Die 37-Jährige, die in Zürich wohnt, übernimmt das Amt am 1. Mai von Bruno Baeriswyl, der in den Ruhestand geht.

Blonskis Wahl erfolgte am Montag im Kantonsrat mit 89 zu 80 Stimmen. Sie stach damit ihren Konkurrenten Claudius Ettlinger aus, den Datenschützer der SBB. Er hatte sich ebenfalls für das Amt des kantonalzürcher Datenschutzbeauftragten beworben und war mit Blonski in die Endauswahl gekommen.

Insgesamt waren 15 Bewerbungen eingegangen. Am Schluss blieben zwei Kandidierende übrig, die die Geschäftsleitung des Kantonsrats dem Parlament vorschlug. Blonskis Wahl erfolgte diskussionslos.

Sie arbeitet bereits seit knapp sechs Jahren bei der Datenschutzstelle des Kantons Zürich, wo sie die Abteilung Recht und Informationssicherheit leitet. Herausforderungen punkto Datenschutz sieht Blonski vor allem im Gesundheitswesen und rund ums Thema Digitalisierung, wie sie im Gespräch im Zürcher Rathausfoyer sagte. Aus ihrer bisherigen Arbeit im Datenschutz weiss sie: «Kleine Gemeinden haben einen hohen Beratungsbedarf, kleine Spitäler ebenfalls.»

Vor ihrem Einstieg bei der kantonalen Datenschutzstelle arbeitete Blonski als wissenschaftliche Assistentin an der Universität Bern. Ihre Doktorarbeit schrieb die Juristin zum Thema Grundrechte und biometrische Daten.

«Grundrechte faszinieren mich», sagt Blonski. Im Studium habe sie eine Lektion zum Thema Datenschutz gehabt. Seither habe sie das Thema nicht mehr losgelassen. Im Zentrum stehe für sie, dass man sich als Mensch sicher fühlen könne.

Mit der technologischen Entwicklung habe das Thema Datenschutz in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Dem hat nun auch der Kantonsrat Rechnung getragen: Er stockte in der laufenden Budget-Debatte die kantonale Datenschutzstelle fürs kommende Jahr von 9,3 auf 12,3 Arbeitsstellen auf. Aktuell arbeiten sieben Frauen und fünf Männer für den kantonalen Datenschutz, zum Teil mit Teilzeitpensen.

Die kantonale Datenschutzstelle ist für die öffentlichen Institutionen des Kantons Zürich zuständig. Für private Angelegenheiten punkto Datenschutz sollte man sich an die eidgenössische Datenschutzstelle wenden, erwähnt Blonski im Gespräch.

Neben den Grundrechten hat sie noch eine weitere Leidenschaft: Langstreckenläufe. So nahm die Marathonläuferin am Wochenende auch am Silvesterlauf in Zürich teil. Dass bei solchen Grossveranstaltungen so viele Fotos und Namen der Teilnehmenden veröffentlicht werden, sei nur mit Einwilligung der Teilnehmenden in Ordnung, findet Blonski. Man solle sich Gedanken über die möglichen Folgen machen, bevor man eine solche Einwilligung gebe.

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