Mit 39:28 Stimmen haben die Grünen Kanton Zürich an ihrer Mitgliederversammlung vom Donnerstagabend entschieden, die Kandidatur von SP-Regierungsrat Mario Fehr für eine weitere Amtszeit nicht zu unterstützen. Die Unterstützung seiner Amts- und Parteikollegin Jacqueline Fehr hingegen war unumstritten.

«Eine verpasste Chance»

«Dass der Entscheid für eine Nichtunterstützung Mario Fehrs in dieser Deutlichkeit gefallen ist, hat uns überrascht – und auch etwas enttäuscht», sagte SP-Copräsident Andreas Daurù gestern auf Anfrage. Die Parteien im links-grünen Lager seien derzeit im Aufwind, eine volle gegenseitige Unterstützung wäre für die bevorstehenden Wahlen nützlich gewesen. «Das ist eine verpasste Chance, insbesondere für die Grünen», sagte Daurù. Gerade in einem bürgerlich dominierten Kanton wie Zürich sei eine gute Zusammenarbeit der links-grünen Parteien wichtig. 

Die SP ihrerseits hat sich bereits anfangs Oktober dafür ausgeprochen, die Regierungsratskandidaten der Grünen und der AL zu unterstützen.

Noch offen ist die Haltung der AL. Diese wird nächsten Dienstag entscheiden, ob sie die Kandidaturen von SP und Grünen unterstützen will. 

An der Versammlung der Grünen wurde Mario Fehr als «asylpolitischer Hardliner» kritisiert. Sein Leistungsausweis lese sich wie derjenige eines stramm bürgerlichen Politikers, so ein Mitglied. Nationalrat Balthasar Glättli und Kantonsrats-Fraktionspräsidentin Esther Guyer sprachen sich trotz bestehender Differenzen für eine erneute Unterstützung Fehrs aus.  ple/sda